Wesel: Aus Brache soll ein Bürgergarten werden

Wesel : Aus Brache soll ein Bürgergarten werden

Arndt von der Mark blickt über seinen Gartenzaun auf eine etwa 1000 Quadratmeter große Brachfläche am Hummelweg in Lackhausen. Diese war früher ein Spielplatz, wird aber schon seit einiger Zeit nicht mehr genutzt.

Das soll sich jetzt ändern: An dieser Stelle könnte ein Bürgergarten entstehen, wenn es nach den Vorstellungen der Weseler Grünen-Fraktion geht. Das würde den Anwohner freuen, er hält diese Überlegung für "eine sehr vernünftige Idee". Und nicht nur er. In Lackhausen gebe es bereits mehrere Befürworter, erläutert Fraktions-Sprecher Ulrich Gorris. "Da es keine Zuwegung zu dem städtischen Grundstück gibt, kann diese Fläche nicht als Bauland genutzt werden", erklärt er. Gemeinsam mit Ortsverbands-Sprecherin Manuela Ostwald-John sowie Fraktionsmitglied und Sachkundiger Bürgerin Bärbel Nitsch stellte Gorris bei einem Ortstermin seine Vision eines (Nutz-)Gartens für jedermann vor. Die Fläche sei eine öffentliche Grünfläche, die vom ASG unterhalten werden müsse. Doch man könne sehr viel mehr daraus machen, als sie brach liegenzulassen.

In Andernach am Mittelrhein gebe es bereits einen wunderbaren Bürgergarten. Der sei jedoch mit Wesel nur bedingt vergleichbar. Doch auch im Nachbarkreis gibt es ein Vorbild: In Kleve habe der Verein Essbares Kleverland sogar zwei Bürgergärten - einer davon auch etwa 1000 Quadratmeter groß - angelegt, so Gorris. Dies sei auf Wesel sehr gut übertragbar.

"Jeder kann etwas anpflanzen, jeder kann etwas ernten" - dies sei der Grundgedanke eines Bürgergartens, der anderswo auch essbarer Garten genannt werde. Die Weseler Grünen könnten sich sogar vorstellen, ihre Vision mit einer Startfinanzierung in die Realität umzusetzen. Für ein paar hundert Euro würden sie einen kleinen Geräteschuppen errichten. Wenn dann Schubkarre, ein paar Spaten und Schaufeln sowie einige Gießkannen zur Verfügung stehen, kann es bald schon sprießen in dem öffentlichen Garten von Bürgern für Bürger.

Der ASG hat bereits signalisiert, eine Handwasserpumpe zu installieren. "Und es wird sich auch noch jemand finden, der eine Sitzbank im Schatten der Bäume aufstellt", ist sich Ulrich Gorris sicher. Jetzt gelte es, etwa eine Hand voll Personen zu finden, die bereit wären, eine Art Patenschaft für den Bürgergarten vom Hummelweg zu übernehmen, sagt Ostwald-John.

Und Bärbel Nitsch fügt hinzu: "Am besten natürlich Menschen, die einen grünen Daumen haben." Und auch zwei nahegelegene Kindergärten könnten später am Hummelweg gärtnern.

Ins Leben gerufen werden könnte ein Bürgergarten-Verein schon am Donnerstag, 2. März: Für diesen Tag, 19 Uhr, laden die Grünen zu einem Informationsabend in die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde an der Julius-Leber-Straße ein.

(jok)
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