Wesel: Auestadion: RWE kauft sich ein

Wesel: Auestadion: RWE kauft sich ein

Lichtblick: Energieriese will mit Erwerb des Namensrechts am Auestadion den Weseler Sport sponsern. Damit schließt sich die Finanzierungslücke beim Ausbau. Und das RWE punktet im Poker um die nächste Strom-Konzession.

Ganz still und heimlich kam am Donnerstag für den Schul- und Sportausschuss noch ein Punkt auf die Tagesordnung, der aufhorchen ließ: Ein "Sponsorantrag Auestadion". Er wurde im nichtöffentlichen Teil behandelt. Wie die RP erfuhr, war es eine ganz kurze Mitteilung, die für den Weseler Sport als Lichtblick zu werten ist. Energieriese RWE möchte das Namensrecht am Auestadion erwerben. Demnach soll die Anlage dann RWE-Auestadion Wesel heißen. Es geht um einen Vertrag über vier Jahre. Insgesamt sollen dafür 120 000 Euro (viermal 30 000) in die Stadtkasse fließen. Nach vier Jahren soll es die Möglichkeit zur Verlängerung geben. Vorteil für die Stadt: Die Finanzierungslücke beim aktuellen Ausbau des Stadions auf acht Laufbahnen schließt sich.

Hegmann bestätigt Angebot

Rainer Hegmann, Hauptleiter Rhein-Ruhr der RWE Rheinland Westfalen Netz AG, bestätigte gestern gegenüber der RP, dass der Stadt der Kauf des Namens angeboten wurde. Die müsse nun entscheiden, ob sie darauf eingeht. In Details ging Hegmann nicht. "Zu gegebener Zeit" werde mehr gesagt. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass die Vertragsunterzeichnung für beide Seiten werbewirksam in Szene gesetzt werden soll.

RWE-Mann Hegmann erläuterte indes gern, wie sein Haus unter "Sponsoring in der Region" versteht. Von den bekannten Mitarbeiterprojekten bis hin zu Großvorhaben. Wie die Stadt die Mittel verwende, sei deren Sache.

  • Wesel : Gutachter schlägt Fusionen von Weseler Sportvereinen vor

Dabei ist klar, dass es um den laufenden Ausbau geht. Der ist bekanntlich spät gestartet, weil das Land einen Rückzieher gemacht hatte. Statt erhoffter 300 000 Euro steuert es nun lediglich 92 000 zu dem Vorhaben bei, das insgesamt mit 700 000 Euro kalkuliert ist. Davon wiederum trägt die Stadt 400 000 Euro selbst, und für 150 000 Euro steht die Verbands-Sparkasse ein.

Nun kommt mit dem RWE ein weiterer Großsponsor mit ins Boot, der vor Monaten schon als ein Lieblingskandidat gehandelt worden war (RP berichtete). Zum Verhalten der Politik im nichtöffentlichen Teil des Schul- und Sportausschuss war lediglich zu erfahren, dass das Angebot des RWE von SPD und CDU begrüßt worden sein soll.

Teil der Charme-Offensive

Die 120 000-Euro-Offerte für das Recht am Namen des Auestadions ist ganz offensichtlich Teil der Charme-Offensive des Energieriesen. Bekanntlich läuft 2013 der Strom-Konzessionsvertrag mit der Stadt Wesel aus, der als eine Art Wegerecht den begehrten Netzbetrieb ermöglicht.

(RP)