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AOK stellt mehr psychische Erkrankungen im Kreis Wesel fest

Aktuelle Zahlen : AOK stellt mehr psychische Erkrankungen im Kreis fest

In den Betrieben des Kreises Wesel ist der Krankenstand im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 3,04 Prozent zurückgegangen und liegt jetzt bei 6,02 Prozent. Mit diesem Wert liegt der Kreis Wesel leicht über dem Durchschnitt des Rheinlandes (5,88).

Das zeigt die Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 32.000 Beschäftigten aus dem Kreisgebiet, die bei der AOK Rheinland/Hamburg versichert sind.

Unter dem Begriff Krankenstand wird der Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage an den Arbeitstagen eines Kalenderjahres verstanden. Allerdings ist nur bei den Kurzzeiterkrankungen ein Rückgang zu verzeichnen. Der Krankenstand sank hier von 4,59 auf 4,35 Prozent. Bei den Langzeiterkrankungen, die länger als sechs Wochen andauerten, gab es hingegen einen moderaten Anstieg von 1,62 auf 1,67 Prozent. Im Schnitt fehlten die Kreis Weseler Arbeitnehmer im ersten Halbjahr an 14 Tagen wegen einer Erkrankung. Im gleichen Zeitraum 2018 waren es 13,6 Tage.

Ausschlaggebend für den leichten Rückgang des Krankenstandes dürften die milden Temperaturen sein: In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden deutlich weniger Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen eingereicht als im Grippejahr 2018. Ein Blick auf die Diagnosen verdeutlicht, dass von Anfang Januar bis Ende Juni im Rheinland 16 Prozent weniger Atemwegserkrankungen diagnostiziert wurden als im Vorjahreshalbjahr. Auch bei den Infektionen gab es einen Rückgang von fast acht Prozent. Dafür kam es bei den psychischen Erkrankungen erneut zu einem Anstieg von 3,5 Prozent. Die dadurch bedingten Fehltage sind allerdings um 1,82 Prozent gesunken, das heißt, die von einem seelischen Leiden Betroffenen kehren früher an ihren Arbeitsplatz zurück.

„Die Gesundheit der Arbeitnehmer ist die wichtigste Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Aber quer durch alle Branchen nehmen die seelischen Belastungen zu und immer häufiger werden Menschen durch zu viel Stress im Job krank“, sagt Barbara Nickesen, Regionaldirektorin der AOK. „Dann kann das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung helfen.“ Das Tochterunternehmen der AOK Rheinland/Hamburg unterstützt und berät Unternehmen in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Ansprechpartner ist Maik Kutzborski, Tel. 02843 178120.

(RP)