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An der Lippe im Kreis Wesel: Kooperation will Otter ansiedeln

Projekt im Kreis Wesel : Deutsch-niederländische Kooperation will Otter an der Lippe ansiedeln

Otter können künftig in künstlichen Höhlen an der Lippe ihren Nachwuchs aufziehen. Dafür sorgt ein deutsch-niederländisches Projekt, an dem unter anderem auch der Lippeverband und die Biologische Station beteiligt ist.

Der Fischotter soll an der Lippe wieder heimisch werden. Dass er im Kreis Wesel schon seine Bahnen zieht, haben Kot- und Fuß-Spuren bewiesen. Vielleicht macht er es sich jetzt in den sogenannten „Otterholts“ gemütlich. In den rund 1,50 mal einen Meter großen Boxen können Weibchen ungestört ihre Jungen großziehen und sich – wenn es später richtig gut läuft – von Wildkameras dabei filmen lassen. Die Biologische Station im Kreis Wesel, die Vereniging Nederlandse Cultuurlandschap und der Lippeverband stellten nun vier solche Otter-Kästen am Gewässer auf.

Im Rahmen des von der EU kofinanzierten deutsch-niederländischen Projektes „Grün-Blaue Rhein-Allianz“ (kurz: GBRA) hat man die im Uferbereich versteckten Plätze für die Otter eingerichtet. Die dunklen Kästen liegen oberhalb der Wasserkante und sind gut belüftet, denn die Otter-Jungen mögen es trocken.

 Roel Strik und Martijn Westenbroek (Niederländische Kulturlandschaftsverband), Paul Schnitzler (Biologische Station im Kreis Wesel) und Günter Cremer (Lippeverband) beim Einbau der künstlichen Otter-Behausung.
Roel Strik und Martijn Westenbroek (Niederländische Kulturlandschaftsverband), Paul Schnitzler (Biologische Station im Kreis Wesel) und Günter Cremer (Lippeverband) beim Einbau der künstlichen Otter-Behausung. Foto: Anne-Kathrin Lappe / EGLV

Ausgewachsen sind die Marder-Tiere hervorragende Schwimmer und legen als Einzelgänger weite Strecken zurück. Die agilen Jäger fühlen sich an flachen Flüssen mit zugewucherten Ufern am wohlsten. „Dank der Lippe-Renaturierung bietet der ehemals begradigte Fluss wieder solche wilden Bereiche“, freut sich Günter Cremer, Koordinator betriebliche Maßnahmen „Lebendige Lippe“.

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„Otter ziehen in bestehende Höhlen ein und bauen nicht selbst. Mit unserem ‚Wohnungsangebot’ wollen wir ihren Lebensraum vergrößern und hoffen, sie langfristig auch beobachten zu können“, erläutert Paul Schnitzler von der Biologischen Station. Wo genau die Kästen stehen, verraten die Mitglieder der Kooperation nicht, um die Tiere vor unangekündigtem Besuch zu schützen.

(RP)