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Wesel: An der Betuwe wird es ernst: Das Planverfahren startet

Wesel : An der Betuwe wird es ernst: Das Planverfahren startet

Die Bahn stellt Dienstag öffentlich den Streckenausbau vor. Wer Einwände erheben will, sollte sich informieren.

Seit mehr als 20 Jahren wird am Niederrhein über die Betuwelinie diskutiert. Jetzt kommt das umstrittene Projekt zum Ausbau der Bahnstrecke auch in Wesel in die entscheidende Phase: Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren liegen vom 4. November bis 3. Dezember im Weseler Rathaus aus. Die Bahn veranstaltet dazu am Dienstag, 22. Oktober, eine Bürgerinformation. Beginn ist um 18 Uhr in der Niederrheinhalle. Gert Bork von der Bürgerinitiative "Betuwelinie – So nicht" hofft, dass die Halle richtig voll wird. Denn wer konkret Einwände erheben will, muss wissen, wann und wie das geht. Die Bürgerinitiative flankiert die Offenlage mit zwei eigenen Infoabenden. Die Bereiche Innenstadt, Fusternberg und Lippedorf stehen am Dienstag, 12. November, ab 19.30 Uhr in der Niederrheinhalle im Mittelpunkt. Um die Feldmark und Blumenkamp geht es am Donnerstag, 21. November, ab 19 Uhr im Blumenkamper Lokal Pollmann.

Die Kernpunkte im Überblick: Lärm Mit Schallschutzwänden will die Bahn den gesetzlichen Anforderungen genügen. Die sollen zwei bis fünf Meter hoch werden und Wesel durchschneiden. Über Material, Optik und Wirksamkeit gehen die Meinungen zwischen der Stadt und der Bahn weit auseinander. Gegenbeispiele für stadtbildverträglichen Schallschutz hatte die Stadt Wesel bekanntlich unlängst vorgestellt. Da bei rund 1000 Wohneinheiten der Schallpegel trotz der Wände über den Grenzwerten liegen wird, sind hier Veränderungen an den Gebäuden vorgesehen. Zum Beispiel mit Schallschutzfenstern. Erschütterung Betonschwellen mit elastischer Kunststoffbeschichtung sollen Schwingungen im Schotterbett mindern und so auch benachbarte Gebäude schonen. Fachleute, die das Schall- und Erschütterungsgutachten für die Bahn erstellt haben, werden Dienstag in der Niederrheinhalle sein. Sicherheit Wie mehrfach berichtet, kritisieren die Feuerwehren, dass nicht genug für die Sicherheit getan werden soll. Dabei geht es unter anderem um Rettungswege bei Unfällen, insbesondere bei Gefahrguttransporten. Bahnübergänge Zum Ausbau gehört die Beseitigung von schienengleichen Bahnübergängen. Die Übergänge Strauchheide und Holzweg sollen verschwinden. Letzterer wird durch eine kleine Unterführung am Holzweg und eine große für den Hauptverkehr am Hessenweg ersetzt. Hierhin soll auch der Haltepunkt Feldmark verlegt werden. Größere Umbauten sind unter anderem in der Feldmark vorgesehen, wo die Bahnüberführung über die Hamminkelner Landstraße angepasst werden muss. Frist Vom 4. November bis 17. Dezember können im Rathaus oder bei der Bezirksregierung Düsseldorf Einwendungen erhoben werden.

(RP)