Amtsgericht Wesel verurteilt Tierquäler aus Hamminkeln zu einer Geldstrafe

Urteil des Amtsgerichts Wesel : Tierquäler aus Hamminkeln zu Geldstrafe verurteilt

Ein Paar aus Hamminkeln soll Tiere geschlagen und eine Hündin tagelang in eine kleine Transportbox gesperrt haben. Beide müssen nun mehrere Hundert Euro Strafe zahlen.

Gemeinsam mit seiner 24-jährigen Partnerin präsentierte sich der Angeklagte vor dem Amtsgericht Wesel als liebevolles Herrchen. „Sie können gerne vorbeikommen, dann werden sie sehen: Das sind superglückliche Tiere“, sagte der Hamminkelner, der vor Gericht gegen einen Strafbefehl wegen Tierquälerei in Höhe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro vorgehen wollte. Nach einem Teilgeständnis rechnete ihm der Richter in einer kurzen Pause vor, dass er bei einer Verurteilung finanziell deutlich schlechter wegkäme. Denn der Angeklagte verdient mittlerweile 1000 Euro monatlich – und nicht mehr, wie noch bei Ausstellung des Strafbefehls, 300 Euro. Also würde sich die Höhe eines Tagessatzes deutlich erhöhen. Diesem Rat folgte der Täter und akzeptierte die Strafe über 600 Euro umgehend.

Zuvor hatte er eingeräumt, zusammen mit seiner Partnerin, die eine Strafe über 400 Euro direkt akzeptiert hatte, eine Jack-Russell-Terrier-Hündin tagelang in eine Katzentransportbox gesperrt zu haben. Als Begründung gab das Paar an, die Hündin sei läufig gewesen.

Weitere schwere Vorwürfe erhob die Halbschwester der Tierhalterin vor Gericht: „Die beiden haben schon immer die Hunde geschlagen, aber an dem einen Tag war es besonders schlimm.“ Gemeint war der 12. August 2017. Damals sei sie zu Besuch bei dem Paar gewesen und einer der Hunde, ein kleiner Chihuahua, habe gebellt, als sie in die Wohnung kam. Daraufhin habe der Hamminkelner das Tier genommen, mehrmals geschlagen, es in die Katzenbox geschmissen, diese verschlossen und „weggeschmissen.“ Er habe dem Hund schwere Schmerzen zugefügt, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte bestritt das Schlagen des Hundes, auch das Einsperren in die Box mit anschließendem Wegwerfen. „Ich schlage meinen Hund doch nicht. Im Gegenteil: Ich nehme ihn abends mit ins Bett.“

Mehrmals fragte der Richter nach, wie die Zeugin darauf komme, solch heftige Vorwürfe der Tierquälerei zu erheben. „Gab es Streit?“, wollte er von dem Paar und auch von der Halbschwester wissen. Alle drei verneinten vehement. Doch als der Richter dann aus einem Vernehmungsprotokoll vorlas, in dem der Angeklagte „Rache“ bei der Zeugin vermutete, änderte das Paar schlagartig seine Meinung: „Ja, wir hatten oft Streit – nur nicht an dem besagten Tag.“

(jok)
Mehr von RP ONLINE