Wesel: Amazon will Weseler Tafel künftig Lebensmittel spenden

Wesel: Amazon will Weseler Tafel künftig Lebensmittel spenden

Im Sozialausschuss informierte gestern Vorsitzender Horst Maiß über die vielfältigen Probleme des Vereins.

Wenn die Rewe Dortmund im nächsten oder spätestens im Jahr 2019 ihr Frischelager im Weseler Gewerbegebiet Am Schornacker schließt, weil in Dortmund ein neues Zentrallager gebaut wird, hat die Weseler Tafel ein Problem. "Denn dann bekommen wir noch weniger Obst und Gemüse als jetzt schon", beklagt Horst Maiß. Der Vorsitzende des Vereins, der seit 1998 Lebensmittelspenden an Bedürftige abgibt, ist allerdings guter Hoffnung, dass der Online-Versandhändler Amazon in die Bresche springt. Denn sobald auch das Amazon-Logistikzentrum in Rheinberg damit beginnt, online bestellte Lebensmittel zu versenden, will das Unternehmen aussortierte Ware der Weseler Tafel zur Verfügung stellen. Das verkündete Maiß gestern Abend in der Sitzung des Weseler Sozialausschusses. Schon jetzt werde man von Amazon mit Keksen, Gummibärchen und anderen Dingen bedacht.

Horst Maiß, der dem 1998 gegründeten Verein seit 2004 angehört, machte am Rande der Sitzung auf Anfrage deutlich, dass er den Vorsitz möglichst schnell an eine jüngere Person abgeben möchte. Schließlich sei er mittlerweile schon 74 Jahre alt. "Wir suchen dringend jemanden, der sich praktisch täglich ehrenamtlich engagieren möchte und Erfahrung im kaufmännischen Bereich besitzt", so Maiß. "Ich würde ihn dann langsam auf das Amt des Vorsitzenden vorbereiten." Unter den aktuell 33 Mitgliedern, von denen elf im Tafelladen am Mühlenweg die Spendenausgabe koordinieren beziehungsweise Lebensmittel in 14 Weseler Supermärkten und Bäckereien abholen, gibt es derzeit keinen potenziellen Kandidaten. Auch ist die Zahl der Mitglieder derart geschrumpft, dass unter anderem die Infostände beim PPP-Stadtfest und beim Weseler Adventsmarkt nicht mehr besetzt werden können.

Sowohl die Ausschussvorsitzende Marlies Hillefeld (Grüne) als auch Ulla Hornemann (SPD) lobten die Arbeit der Tafel. Woche für Woche kommen zwischen 330 und 360 Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Asylbewerber und Senioren mit kleiner Rente in den Feldmarker Tafelladen, wo sie vor allem Ware erhalten, die von den Märkten nicht mehr verkauft werden kann. Außerdem können sie von Bürgern gespendete Haushaltswaren, Spielzeug, Bücher und Dekoartikel kostenlos mit nach Hause nehmen.

  • Katholisches Bildungsforum : Lebensmittelspenden für Tafel-Verein

Wer die Tafel unterstützen möchte, kann Lebensmittel beziehungsweise gut erhaltende Waren aller Art montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 14 Uhr im Tafelladen, Mühlenweg 10, abgeben.

www.weseler-tafel.de

(RP)