Hamminkeln: Am Bahnhof kann man jetzt Strom tanken

Hamminkeln: Am Bahnhof kann man jetzt Strom tanken

Hamminkelns siebte öffentliche Ladesäule wurde von Anbieter WEP eingerichtet. Damit ist die Infrastruktur für E-Mobilität in der Stadt weiter als in anderen Kommunen. 16 Ladesäulen sind das Ziel.

Mit dem Elektroauto zum Bahnhof, mit dem "Bocholter" zur Arbeit fahren und währenddessen das eigene Fahrzeug mit Strom betanken: Das ist jetzt in Hamminkeln möglich, wo die Firma WEP, bekannt mit ihrer Marke Landstrom und hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Dinslaken, die siebte Ladesäule in Hamminkeln installiert hat. Geschäftsführer Christoph Langel und Bürgermeister Bernd Romanski stellten das weitere Stück in der wachsenden Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet vor. Hamminkeln plant 16 Ladesäulen, ist schon mit der bestehenden Anzahl vorne im Vergleich zu Nachbarstädten.

"Die Erweiterung der Ladeinfrastruktur ist wichtig, die E-Mobilität wird dadurch attraktiver. Man muss allerdings seine Fahrten genau planen", sagte der Verwaltungschef. Schließlich müsse man die Ladezeiten und Reichweiten berücksichtigen. Man merke aber, dass der Bedarf größer werde. So sieht es auch Christoph Langel. "Wir sehen ganz deutlich die steigende Nachfrage nach Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge. Die deutsche Automobilbranche verkennt die Chancen", sagt er. Allerdings hat es einige Zeit gedauert, bis WEP die Ladesäule mit zwei Anschlüssen und je 22 kW Leitung geschaltet hatte. Es sei nicht so einfach, so Langel, eine Steckdose im öffentlichen Raum aufzustellen. Viele Gespräche seien nötig, die Bürokratie stehe sich oft selbst im Weg.

Ein für ihn "groteskes Beispiel" nennt der Bürgermeister in Mehrhoog. Hier wollte die Stadt am Bahnhof zwei Plätze für E-Autos, die an eine Ladesäule gehen können. Meist freier Parkraum hätte dafür genutzt werden können. Doch: "Die Bezirksregierung hat gesagt, die Plätze seien mit Fördergeld gebaut worden. Sie dürften nicht verändert werden, es sei denn die Stadt zahlt die Förderung zurück", erzählt er. Macht 15.000 Euro, die das finanziell klamme Hamminkeln nicht ausgeben möchte. Bis 16 Ladesäulen erreicht werden, sind noch etliche Probleme zu lösen. So ist es am Bahnhof nicht erlaubt, die Ladeplätze zu kennzeichnen und nur für E-Autos zu reservieren. Falschparker dürfen nicht belangt werden.

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Ebenso ist nicht jeder Standort frequentiert. In Loikum ist die Nachfrage schwach, am Rathaus so gut, dass die stadteigenen E-Autos nicht immer eine Lademöglichkeit finden. Bei der Bäckerei Boers ist die Schnellladesäule ein Renner. Autobahnnähe und niederländische Kunden bringen's, das Nachbarland ist weiter in Sachen Elektromobilität. Die Tanksäule am Bahnhof steht jedem zur Verfügung und kann über eine App via Handy zum Laden freigeschaltet werden. Die Anleitung dafür ist auf der Säule abgedruckt.

Passend informiert die Verbraucherzentrale am 13. Juni um 18.30 Uhr im Rathaus, Raum 15., zu Solardächern. Anmeldung: Tel. 0281 47368415

(RP)