Schermbeck: Alte Schätzchen glänzen am Lühlerheim

Schermbeck : Alte Schätzchen glänzen am Lühlerheim

Egal ob ein Buick aus dem Jahr 1958 oder ein Dodge Monaco wie aus der TV-Serie "Ein Duke kommt selten allein" - Oldtimer sind am Lühlerheim gern gesehene Gäste. So auch jüngst beim Treffen der Oldtimerfreunde Schermbeck.

Jürgen Hansens Augen leuchteten. "Hier ist ja richtig was los", entfuhr es dem Uefter Oldtimerfan beim Anblick der etwa 300 Fahrzeuge auf dem Gelände der Stiftung Lühlerheim. Dort veranstalteten die "Oldtimerfreunde Schermbeck" jüngst den "5. Schermbecker Oldtimertag" für mindestens 30 Jahre alte Fahrzeuge.

Woher, wie alt und welche Umbauten wurden gemacht: Die Besitzer der Oldtimer plauderten gerne über ihre "Schätzchen". Foto: NN

"Das Gelände ist ideal für eine solche Veranstaltung", sagte der Vereinsvorsitzende Axel Wilke und dankte dabei gleichzeitig dem ehemaligen Einrichtungsleiter Heinrich Behma, der dem 2003 gegründeten Verein seit 2004 das zweijährlich stattfindende Treffen am Lühlerheim ermöglichte. Behma ging es dabei auch um die Möglichkeit, das Lühlerheim für die Menschen der Region noch weiter zu öffnen. Die Idee ging auf, wie der große Andrang der Besucher bewies.

Auf drei Wiesen konnten die Oldtimer-Besitzer ihre Schätzchen abstellen. Schon bald kamen auch die Fahrer mit den Besuchern ins Gespräch über ihre sorgsam gepflegten Fahrzeuge. Bis zum frühen Nachmittag meinte es ebenfalls Petrus gut mit den Besuchern.

Für die Besucher wurde der Fahrzeugpark zu einer gebündelten Geschichte der Motorisierung im Straßenverkehr. Und auch die Oldtimerbesitzer nutzten die Chance, sich ein noch nicht bekanntes Kapitel aufschlagen zu lassen, wobei in aller Regel die Besitzer nur allzu gerne über den Erwerb, das Alter und die Umbaumaßnahmen an ihren "Schätzchen" plauderten.

Im Pulk der Fahrer, die aus ganz Nordrhein-Westfalen angereist waren, entdeckte man auch eine Reihe einheimischer Oldtimerfreaks. Der Erler Christoph Grunewald fuhr mit einem Buick aus dem Jahre 1958 vor. Das 5,30 Meter lange Fahrzeug mit seinen markanten Heckflossen wurde wegen seiner vielen Chromteile auch als "Chrom-Master" bezeichnet. Beim sparsamen Fahren braucht es immerhin noch 20 Liter für eine 100 Kilometer lange Strecke. Der im Jahre 1963 gebaute DKW des Schermbeckers Hans-Jürgen Horstmann war vor einem halben Jahrhundert einer der ersten Wagen mit einer Scheibenbremse und mit einem Ölautomaten.

Zu einem Blickfang wurden die beiden Krankenfahrstühle, die der Alpener Siegfried Benecke ausstellte. Die Fahrstühle wurden in der ehemaligen DDR eingesetzt, sind für zwei Personen zugelassen, weisen mit etwa 2,7 Liter auf 100 Kilometer einen sparsamen Verbrauch aus und erreichen bis zu 60 km/h.

Wer den "Dodge Monaco" auf dem Platz vor der Schlosserei sah, fühlte sich an den Streifenwagen erinnert, der zur Fernseh-Serie "Ein Duke kommt selten allein" gehörte. Allerdings handelte es sich am Sonntag um einen belgischen Nachbau dieses Fahrzeugs, dessen Details Jan-Simon Schlei als Sheriff im entsprechenden Outfit erläuterte.

Historische Traktoren und Motorräder bildeten eigene sehenswerte Abteilungen der Ausstellung auf dem Gelände des Lühlerheims. Einige Aussteller nutzten die Gelegenheit, nostalgische Produkte rund um Autos und Motorräder zu vermarkten.

Die hauseigene Schreinerei konnte am Sonntag von den Besuchern besichtigt werden. Dort zeigten ein paar Bewohner des Lühlerheims neben zahlreichen hölzernen Deko-Artikeln auch geschnitzte Autos und Traktoren. Im Café Lühlerheide werden die Produkte der Schreinerei zum Verkauf angeboten.

(hes)
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