Hamminkeln: Alte Mühle in Brünen wird nun Kindergarten

Hamminkeln: Alte Mühle in Brünen wird nun Kindergarten

Auf der Suche nach geeigneten Räumen für eine U 3-Gruppe stieß der Trägerverein Mühlenberg-Kindergarten auf die "Wefelnberg-Mühle". Besitzer Tim Heymann ließ sich von der Idee begeistern.

Die Kinder vom Mühlenberg genießen den Spaziergang durchs winterliche Brünen. "St. Martin" singen sie gut gelaunt in winterlicher Landschaft. Am Ziel tobt die Schneeballschlacht – ein lebendiger Vorgeschmack, was künftig los sein wird in und um "Wefelnbergs Mühle". Es zieht neues Leben ein ins historische Gemäuer, das baulich gerade fit gemacht wird für die Zukunft. Wo noch bis Anfang der 70er Jahre Korn gemahlen wurde, spielen bald schon Kinder unter drei Jahren (U 3). Der Mühlenberg-Kindergarten wird hier im Frühjahr mit einer U 3-Gruppe einziehen. Der Umbau ist zwar noch in vollem Gange, lässt aber bereits erahnen, dass sich die bis zehn Knirpse und ihre Erzieherinnen um Leiterin Tanja Schneider wohl fühlen werden.

Weil sich die Ausbaupläne für ein neues pädagogisches Angebot am Stammsitz Jahnstraße nicht realisieren ließen und auch andere Räumlichkeiten im Dorf ausschieden, landete Karl-Hermann Hecheltjen, umtriebiger Geschäftsführer des Kindergartenvereins, bei der lediglich noch als Lager für Computer genutzte Mühle.

"Die Substanz war so, dass in wenigen Jahren nichts mehr zu retten gewesen wäre", sagte gestern Eigentümer Tim Heymann (37), dessen Ururgroßvater Gerhard Wefelnberg 1896 dem Müller Friedrich Wink die Windmühle abgekauft hatte. Die Flügel büßte das Gebäude, das im Zuge der Sanierung unter Denkmalschutz gestellt wurde, bereits 1936 nach einem heftigen Sturm ein.

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Heymann, der Maschinen für den Untertagebau und Computer vertreibt, konnte sich anfangs nicht vorstellen, dass sich eine Investition zum langfristigen Erhalt des 1859 fertiggestellten Gemäuers rechnen könnte. Doch der kniffelige Akt zwischen sich teils widersprechenden Anforderungen an einen energetisch zeitgemäßen Kindergartenbau in einem mehr als 150 Jahre alten Haus gelang. Der Schutzmantel Denkmal, so Heymann, habe geholfen. Auch bei der Finanzierung. Aus dem regionalen Fördertopf Leader kommen 30 000 der insgesamt rund 400 000 Euro.

Unten beziehen die kleinsten Mühlenbergkinder 120 Quadratmeter, die der Trägerverein langfristig gemietet hat. Im Turm entstehen Büros. So entstehe in der aktuellen Tiefstzinsphase "kein Luftschloss", so der Bauherr. Zudem sei's ein gutes Gefühl, ein Stück Dorf- und Familiengeschichte zu bewahren. Ohne die Mühlenwegkinder wäre wohl der Abrissbagger angerollt.

(RP)
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