Altana AG verlängert das Bildungs-Coaching an der Böhlschule in Wesel

Neue Paten gesucht : Altana verlängert Bildungs-Coaching

Benachteiligte Kinder der Grundschule an der Böhlstraße profitieren drei weitere Jahre von Persönlichkeitsförderung durch Paten. Das Projekt wird von Wesels Chemiekonzern finanziert.

Das Projekt Bildungs-Coaching wird bis 2022 fortgesetzt. Es ist die bereits zweite Verlängerung der vor sechs Jahren mit Sponsor Altana AG für benachteiligte Kinder der Grundschule an der Böhlstraße gestarteten Förderung. Am Montag brachten Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Altana-Vorstandsvorsitzender Martin Babilas, Böhlschul-Rektorin Astrid Wahl-Weber und Eduard Hannen von der Akademie Klausenhof die Vereinbarung unter Dach und Fach. Der Klausenhof stellt als Koordinatorin die Sozialpädagogin Hildegard Derksen, deren Wirken von dem Weseler Spezialchemie-Konzern finanziert wird. Die Betreuung leisten derzeit 18 ehrenamtliche Paten für 23 Kinder.

Ziele Beim Bildungs-Coaching geht es nicht um Nachhilfe, sondern um die individuelle Förderung der Persönlichkeitsentwicklung. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sollen gestärkt werden. Am Ende stehen dann auch mehr Chancengleichheit und positive Einflüsse auf die Schulkarriere. Wahl-Weber und ihre Kollegen stellen fest, dass sich die Kinder besser organisieren können.

Beispiele „Alle Kinder haben Potenziale“, sagt Altana-Sprecherin Andrea Neumann. Man muss sie nur erkennen, um sie heben zu können. Die ehrenamtlichen Paten suchen danach. Dagmar Herbers berichtet von einem Mädchen, das sich nicht traut, auf einen Baum zu klettern. Mit ihrer Unterstützung wird es Schritt für Schritt mutiger. Herbers’ Lohn ist das glückliche Gesicht ihres Schützlings, wenn das Mädchen es geschafft hat. Weitere Beispiele für kostenfreie Freizeiterfahrungen sind Besuche der Stadtbücherei oder einfach ein Gang zum Rhein. Auch wenn man es nicht glauben mag, gibt es Kinder, die den Fluss vor ihrer Haustür noch nie gesehen haben. Kostenpflichtige Aktivitäten wie ein Theaterbesuch oder Musikunterricht können aus dem Projekt finanziert beziehungsweise organisiert werden. So blühte ein zuvor schüchterner Junge am Schlagzeug auf. 15 Kinder kamen in den Genuss eines Schwimmkurses.


Reaktionen Eltern sind nicht immer begeistert, wenn ihnen eine solche Betreuung für ihr Kind angetragen wird. Manche halten es für „nicht nötig“. Andere fürchten Kontrolle oder Einmischung. Es gibt aber auch Kinder, die selbst aktiv werden, gerne einen Paten haben möchten.


Bewertungen Bürgermeisterin Westkamp spricht lobend von einem Leuchtturmprojekt und freut sich über das ehrenamtliche Engagement der Paten. Diese haben sich in den sechs bisherigen Jahren um insgesamt 46 Kinder gekümmert. Der Bedarf scheint weit über die 23 derzeit Betreuten hinauszugehen. Von den insgesamt 426 Mädchen und Jungen an der Böhlschule kämen laut Rektorin Wahl-Weber rund die Hälfte für das Projekt in Frage. Altana-Chef Babilas nennt es ein „gemeinsames Ziel, benachteiligte Kinder zu fördern“. Und: „An unserem Heimatstandort Wesel ist uns das ein besonderes Anliegen.“