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Schermbeck: Als Pfingstbräute unterwegs

Schermbeck : Als Pfingstbräute unterwegs

"Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen", sagt der Volksmund und könnte dabei auch an die Üfter Kinder gedacht haben. Am Pfingstsonntag waren sie wieder unterwegs, um gleich drei Pfingstbräute von Haus zu Haus zu begleiten. Die achtjährigen Anna Lena Schulte Huxel, Sophia Temmler und Julietta Averkamp gehören, so will es der Brauch, zu den jüngsten Kommunionkindern.

Über die Anfänge des Üfter Pfingstbrauchtums liegen keine exakten Daten vor. In der gedruckten Literatur des niederrheinisch-westfälischen Grenzraumes wird erst in den 1920er Jahren von der Pingstebrut berichtet. Lehrer Kellner schildert im Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck 1928 einen Spaziergang des Jahres 1922 durch Deuten, in dessen Verlauf er auch der Pingstebrut begegnete. In Üfte waren die Kinder nachweislich seit mindestens 1935 mit der Pingstebrut unterwegs. Einiges hat sich inzwischen in Üfte geändert. Die Pingstebrut begleiten heute auch zahlreiche Jungen. Die Vorkriegskinder hatten noch keinen Papa wie Matthias Averkamp, der die Kinder in einem vom Traktor gezogenen Anhänger durchs weitläufige Üfte kutschierte. Von Eiern wird nur noch im Lied gesungen. Einkassiert wird Geld, das die Kinder allerdings nicht für sich behalten. Sie übergeben den Betrag für einen sozialen Zweck.

Nach der Rückkehr zum Haus von Matthias und Petra Temmler erwartete die Kinder ein gemeinsames Kaffeetrinken. Es ist alter Brauch in Üfte, dass die Mädchen ab dem siebten Schuljahr den Kuchen backen, Tüten für die Kinder mit Süßigkeiten füllen und Spielerunden vorbereiten. Diese Aufgaben übernahmen Christin Schulte Huxel, Nina Schimkat und - im Zeichen der Gleichberechtigung - Simon Triptrap und Lukas Klevermann.

(hes)