Wesel: Als Kronprinz Friedrich in Wesel festsaß

Wesel: Als Kronprinz Friedrich in Wesel festsaß

Auf Einladung der Historischen Vereinigung Wesel referierte Bernd von Blomberg im Centrum.

"Was haben Friedrich der Große und der Leutnant von Keith mit Bislich zu tun?" Das und noch viel mehr erklärte der Referent Bernd von Blomberg, der lange Jahre quasi an der Dorfgrenze Bislich/Diersfordt lebte, am Mittwochabend im voll besetzten Centrum. Die Historische Vereinigung Wesel hatte zu dem spannenden Vortrag eingeladen. Von Blomberg hatte selbstverständlich historisch exakt recherchiert. Das Zuhören lohnte sich mehrfach. Wie auch früher oft, bittet die Berichterstatterin, von Blombergs Text zu veröffentlichen, damit die Arbeit nicht vergessen wird, weil hier nur skizziert wird.

König Friedrich I. von Preußen, der sogenannte Soldatenkönig, und sein Sohn Friedrich, der außergewöhnlich begabte Kronprinz, der später als Friedrich der Große in die Geschichte einging, trugen einen bis heute bekannten Konflikt aus, der sehr dramatisch endete. Der Vater, ein absoluter Herrscher wie seinerzeit die anderen Fürsten, erzog seinen Thronfolger zum Soldaten und Staatsmann, der sein Reich bewahren und stärken musste, mit großer Härte. Des Kronprinzen Mutter, Sophie Dorothea von Hannover, eine Tochter des englischen Königs, war vielseitig gebildet, kultiviert, auch etwas verschwenderisch und dem Intrigieren nicht unbedingt abgeneigt. Sie förderte die musischen Seiten ihres ältesten Sohnes. Dieser überaus sensible Mensch plante als 17-Jähriger seine Flucht nach England. Während einer Reise des väterlichen Hofes sollte sie starten. Der misstrauische Vater bekam, teils durch Zufälle, Wind davon. Das Ende ist bekannt. Friedrichs Freund Hans Hermann von Katte wurde geköpft. Kronprinz Friedrich war lebendig oder tot in die Festung Wesel einzuliefern. Wissenschaftlich nicht belegt ist die Erzählung der zwei Bislicher Hugenotten-Familien Remy. Wilhelm Remy I. vom Bislicher Hof "De Haan" soll Friedrich den Großen (!) bei seiner Flucht 1730 (!) über den Rhein gesetzt haben. Dafür soll ihm die Betriebsübernahme der Fähre zugesichert worden sein. Die Bislicher Familie Hartmann betrieb eine kleine Fähre von ihrem Haus an der "Ronduit". Rutger Hartmann soll den flüchtigen Freund des Kronprinzen, Leutnant Peter Christoph von Keith, über den Fluss geschafft und dafür eine goldene Uhr erhalten haben. Die Urkunde darüber sei im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Unklar sind letztere Geschichten.

(hb-)