Wesel Aller guten Dinge sind drei

Wesel · Johannes Hüttner schaffte seinen ganz persönlichen Hattrick. Nachdem er gerade seinen 55. Geburtstag gefeiert und zudem am selben Tag seine Frau Marion geheiratet hatte, wurde er nun auch noch Büdericher Schützenkönig.

Bei strahlendem Wetter war gestern ganz Büderich auf den Beinen, um das Königsschießen der Sebastianer mitzuerleben. Sie wurden Zeuge eines ganz persönlichen Hattricks, der zudem auch noch kurios entstand. Johannes Hüttner, der gerade seinen 55. Geburtstag mit der Feier seiner Hochzeit verbunden hatte, errang den Titel. Seine Königin ist Anke Aldenhoff (48). Beide kommen aus der Gastronomie. Er ist der Chef in der Wacht am Rhein, sie ist die Wirtin der Marktschänke.

Neun traten an

Doch der Reihe nach, denn zunächst war noch ein Preis zu vergeben. Der linke Flügel ging nach unzähligen Schüssen und Austausch der Munition an die 1. Kompanie. Siegreich war hier Axel Angenendt. Im Anschluss ging es um die Frage aller Fragen: Wer schießt um das Amt des Königs? Zuerst traute sich keiner, aus den sauber aufgereihten Kompanien im Zelt herauszutreten. Doch dann taten neun Schützen den entscheidenden Schritt nach vorn, was mit viel Applaus bedacht wurde. Zum Königsschießen traten an: Hermann Kuhlmann, Franz Norff, Frank Braem, Theo Hetjes (alle 4. Kompanie), Hans-Gerd Aldenhoff, Johannes Billen (beide 3.), Johannes Hüttner, Johannes Gardemann (beide 2.) sowie als einziger Vertreter aus der 1., der „Flügelkompanie“ (beide wurden hier gewonnen), Manfred Hemmers.

Bei strahlendem Sonnenschein wurden dann 27 Schüsse abgegeben. Die zeigten aber dank eines robusten Vogels nicht den gewünschten Erfolg. Deshalb wurde auf eine härtere Munition namens „Trefferkönig“ gewechselt, die speziell für Schützenfeste entwickelt wurde. Unter der Anfeuerung ihrer Schützenbrüder, die mittlerweile mit der Kombination von Sonne und Uniform (schwarzer Anzug und Zylinder) zu kämpfen hatten, wurden mit der härteren Munition noch viele Schüsse abgefeuert.

Als Hermann Kuhlmann dann einen ins Ziel brachte, brach Jubel los. Jedoch nur für wenige Sekunden, denn schnell war klar, dass doch noch ein Stück des Vogels hing. Als nächster war Johannes Hüttner dran. Auch er holte ein Stück runter und wurde damit König, obwohl immer noch ein kleiner Rest am Balken saß. Schießmeister Hartmut Vater erklärt: „Sicherheit geht vor. Deshalb haben wir uns entschieden, dass das letzte größere Stück zählt. Würden wir so weiterschießen, könnte die Metallbefestigung getroffen und die Kugel stark abgelenkt werden.“

Glückspilz Hüttner und Königin Anke Aldenhoff, 48-jährige Mutter von drei Kindern, werden von den Hofdamen Marion Hüttner und Doris Nieswandt sowie den Königsdienern Hans-Gerd Aldenhoff und Johannes Gardemann begleitet.

(RP)
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