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Wesel: Alle hoffen, dass Kaserne bleibt

Wesel : Alle hoffen, dass Kaserne bleibt

Die Schrumpfung der Bundeswehr war Thema bei der Verabschiedung von Kai Lootz, dem Standortältesten Deutschen Offizier der Schill-Kaserne. Nachrichten sagen: Der Standort Wesel bleibt – offiziell ist das nicht.

Die Nachricht klang optimistisch. Aus den Details zum Umbau der Bundeswehr, die Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Mittwoch in Berlin vorgestellt hatte, war abzuleiten, dass unter anderem die Weseler Schill-Kaserne, Sitz der mit internationalen Soldaten besetzte Nato-Fernmeldeeinheit 1st NSB, von der Reform wenig berührt werden wird. So stand's gestern Morgen im Politikteil der Rheinischen Post.

"Alles Kaffeesatzleserei"

Die Zukunft des Bundeswehrstandortes Wesel war natürlich auch Thema bei der offiziellen Verabschiedung von Oberstleutnant Kai Lootz (41), der nach zwei Jahren als Standortältester Offizier des deutschen Anteils der 1st NSB ab Dezember im Bonner Führungsstab des Heeres eine neue Aufgabe erhält – als Referent der Personalabteilung. "Ich kann es Wesel und den Kameraden nur von Herzen wünschen, dass der Standort erhalten bleibt", sagt der Familienvater aus Bergheim, der während seiner Weseler Zeit in Blumenkamp gewohnt und sich dort auch den Schützen angeschlossen hat. Eine Prognose wollte er nicht abgeben. "Das ist Kaffeesatzleserei."

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Ähnlich äußerte sich auch sein Nachfolger Marcus Sascha Uhlemann (40). Der aus Wittlich in der Eifel stammende und in Weilerswist bei Köln lebende Major und Vater von zwei kleinen Kindern war zuletzt im Kölner Heeresamt tätig. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe, werde nach Wesel ziehen und hoffe, dass ich hier zwei Jahre bleiben kann." Zum Thema Standortentscheidungen des Ministeriums könne er überhaupt nichts sagen.

Auch Oberst Johann-Peter Schmitz, Regimentskommandeur aus Mechernich, einer von rund 120 geladenen Gästen der feierlichen Verabschiedung Lootz', wollte keine Prognose abgeben zum Erhalt des Standorts. Dass die Schill-Kaserne in den letzten Jahren durch Millionen-Investitionen aufgewertet wurde, sei noch lange keine Garantie. "So etwas spielt zwar bei der Entscheidung schon eine Rolle. Aber auch in andere Standorte wurde investiert. Wir können nur die Entscheidung im Herbst abwarten." Die soll am 26. Oktober fallen.

Dass die Kaserne auf der Streichliste des Verteidigungsministers steht, kann sich Bürgermeisterin Ulrike Westkamp indes nicht vorstellen. "Hier wurden und wird kräftig investiert. Ich bin deshalb vorsichtig optimistisch, dass der Standort erhalten bleibt." Parteifreund und SPD-Landtagsabgeordneter Norbert Meesters sieht in der Kaserne einen "bedeutenden Wirtschaftsfaktor, den wir unbedingt erhalten wollen." Er werde sich für den Erhalt der NRW-Kasernen stark machen. "Man darf sie nämlich nie zu sicher sein und muss etwas tun."

(RP/jt)