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Hamminkeln: Aktion in Marienthal gegen Erdgas-Fracking

Hamminkeln : Aktion in Marienthal gegen Erdgas-Fracking

Fracking-Gegner in Hamminkeln freuen sich über gute Nachrichten von der EU und aus Frankreich.

Für den Global-Frackdown-Day am Samstag, 19. Oktober, laden die Fracking-Gegner am Niederrhein zu einer Aktion in Marienthal. Von 10.30 Uhr an soll auf der Wiese von Jürgen Isselhorst am Kirchweg/Ecke B 70 zwischen Marienthal und Brünen

ein wetterfestes Schild gegen hochriskantes Bohren nach Erdgas aufgestellt werden. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen. Die Initiatoren um Gabriele Obschernicat aus Mehrhoog hoffen auf zahlreiche Besucher, um mit ihnen in munterer Runde über den Stand der Debatte um unkonventionelle Erdgasförderung in Deutschland zu diskutieren.

Hamminkeln liegt wie mehrfach berichtet auf dem Feld Saxon West I. Für diesen Claim hat der multinationale Konzern Dart Energy die Rechte von British Gas übernommen. Eine Genehmigung für Probebohrungen ist aber derzeit nicht in Sicht.

Die Interessengemeinschaft gegen Gasbohren bekräftigt: "An der Forderung, die Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten mittels ,Hydraulic Fracturing' gesetzlich zu verbieten, halten wir fest", sagte Gabriele Obschernicat.

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Sie hat Hoffnung. Anfang des Monats habe sich das EU-Parlament für eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) im Rahmen der Aufsuchung und Gewinnung von Erdöl und Erdgas, unabhängig von der Fördermenge, ausgesprochen. Bei der Überarbeitung der Richtlinie gehe es auch um die Beteiligung der Bürger, um Fragen zur Haftung durch die Unternehmen und um die konsequente Anwendung der Umweltgesetzgebung. Die Einhaltung der EU-Klimaziele sei ein weiterer Aspekt.

"Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, einer von noch vielen, die erforderlich sind, die Fracking-Methoden auf Dauer zu untersagen", so Obschernicat. Mitte voriger Woche sei aus Frankreich eine weitere ermutigende Nachricht gekommen: Das oberste Gericht, der Verfassungsrat, habe das nationale Fracking-Verbot für verfassungskonform erklärt und sehe keinen Anlass, das entsprechende Gesetz aus dem Jahre 2011 zu kippen. Der Widerruf der in Frankreich bereits erteilten Aufsuchungserlaubnisse verstoße danach nicht gegen die Verfassung und stelle keine Beeinträchtigung der unternehmerischen Freiheit oder der Eigentumsrechte dar und sei somit rechtskräftig.

Die nicht beherrschbaren Risiken für Mensch und Umwelt, so Oberschernicat, habe die französische Regierung 2011 veranlasst, die Reißleine zu ziehen. Eine Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages sei im Januar zu einem vergleichbaren Ergebnis gekommen, so die Fracking-Gegnerin. Anerkennung und Umsetzung stehe hier noch aus. "Wir bleiben dran", so Oberschernicat.

(RP)