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Afrika-Tag in Schermbeck

Schermbeck : Ein Hauch von Afrika in Schermbeck

Das Schermbecker Haus Mühlenbrock veranstaltete zum zweiten Mal einen Ngomo-Tag.

Nur die tropische Hitze fehlte. Ansonsten verwandelte sich das Umfeld des Hotel-Restaurants „Haus Mühlenbrock“ am Wochenende zu einem am Niederrhein einmaligen Terrain für Freunde der afrikanischen Kultur. Zum zweiten Mal hatten Carol und Stephan Mühlenbrock zu einem Ngoma-Tag (Afrika-Tag) eingeladen.

„Wir wollen den Gästen die afrikanische Kultur ein wenig näherbringen“, sagte Carol Mühlenbrock. Der Akrika-Tag soll nun immer am letzten Wochenende der Sommerferien stattfinden. Sie selbst ist gebürtige Kenianerin und lebt seit 2006 in Deutschland. Aus ihrem Freundeskreis konnte sie einige Afrikaner gewinnen, den Tag mitzugestalten. Die übrigen Akteure hat sie beim Besuch anderer Feste kennengelernt. So entstand ein abwechslungsreiches Programm.

Der Maler Anol el Pemu aus Kamerun stellte aus. Foto: Helmut Scheffler

Den musikalischen Reigen eröffnete der Wuppertaler Gospelchor „Sacred Hearts“, der an beiden Tagen zweimal die Bühne betrat, um Lieder der afroamerikanischen christlichen Musik zu präsentieren, wie sie in vielen afrikanischen Staaten praktiziert wird. Der vor drei Jahren gegründete Chor unterstützt den Verein Mamfe Charity. ,„Sein Ziel ist es, benachteiligte, gefährdete und weniger privilegierte Kinder und Jugendliche in der sehr ärmlichen Gegend Mamfes in Kamerun zu unterstützen“, berichtete die Vorsitzende Burglind Werres. Mamfe Charity sei nicht-konfessionell und auch nicht-staatlich.

Ein Gitarrist und drei Trommler der „One Family Band“ aus Gambia sorgten voller Begeisterung für musikalischen Schwung. Akrobatische Einlagen bot eine dreiköpfige Gruppe an. Bei der Verknotung von Armen und Beinen verloren die Zuschauer den Überblick über die aus dem Wirrwarr herausschauenden Körperteile.

Der im Frauendorf (Umoja) hergestellte Schmuck wurde zum Verkauf angeboten. Foto: Helmut Scheffler

Deutlich ruhiger ging es bei der Lesung „Umoja“ in der Jurte zu, die von den Schermbecker Pfadfindern aufgestellt wurde. Ise Stockums las aus dem Buch „Mama Mutig“ vor. Es schildert das Leben von Rebecca Lolosoli, die wegen ihrer Aufmüpfigkeit von ihrem Mann verlassen und von den Nachbarn halb zu Tode geprügelt wurde und schließlich mit Frauen eines ähnlichen Schicksals das erste Frauendorf (Umoja) gründete. In diesem Dorf übernehmen Frauen jene Aufgaben, die in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft normalerweise nur von Männern übernommen werden. Der von den Frauen hergestellte Perlenschmuck wurde am Wochenende in der Jurte zum Verkauf angeboten.

„Bhajia na Kebabs“ bot Carol Mühlenbrock an. Foto: Helmut Scheffler

 „Hilfe zur Selbsthilfe“ hatten sich auch mehrere Standbetreiber zum Ziel gesetzt. Neel Malhotra und sein Bruder Arjun aus Dorsten vertreiben das Modelabel „Afri Culture“ mit Waren, die im afrikanischen Betrieb der Familie produziert werden. Am Stand nebenan wurden Kikoy-Baumwolltücher zum Verkauf angeboten. In Afrika dienen sie zum Wickeln der Kinder, in Europa werden sie als Handtücher oder Saunatücher verwendet.

Muthoni Schneidewind bot an ihrem Stand Kaffee des kenianischen Unternehmens Chania Coffee an. Zum Angebot afrikanischer Produkte gehörten auch Massai-Gürtel aus Leder und Perlen, Schmuck, der in der Förderschule „Hesihima“ in Nairobi von Müttern behinderter Kinder hergestellt wird, und kunsthandwerkliche Gegenstände wie Schalen, Kalebassen oder Salatbestecke. An Shukrans „Afro Store“ wurden Stoffe mit afrikanischen Mustern ebenso zum Verkauf angeboten wie Masken, T-Shirts, Taschen, Trommeln und Sandalen mit Perlen.

Der 43-jährige Maler Anol el Pemu aus Kamerun, der bislang schon seine Bilder in Spanien und in der Schweiz ausstellte, präsentierte in Schermbeck erstmals auf deutschem Gebiet seine Bilder. Beeindruckende Beispiele seiner Ölgemälde mit afrikanischen Motiven hängen jetzt in den Räumen des Gasthauses.

 Auch die Gastronomie war an diesem Wochenende ganz auf Afrika ausgerichtet.