Ärger um „Wheeliemeile“ in Büderich

Büderich : Ärger um „Wheeliemeile“ in Büderich

Autorennen am Ortsrand: Die CDU fordert ein Tempolimit für die alte B 58.

Die CDU fordert ein Tempolimit zur Lärmvermeidung auf dem Teilstück der ehemaligen B 58 in Büderich. Anlieger des Hagelkreuzweges in Büderich hätten sich über zunehmenden Krach durch Auto- und Motorradrennen auf dem Abschnitt zwischen der neuen Umgehung und der ehemaligen Rheinbrücke beschwert, schreibt CDU-Fraktionschef Jürgen Linz in einem Brief an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD).

Es geht um das Teilstück von der Weseler Straße bis zur Ex-Rheinbrücke, das heute für den Autoverkehr nicht mehr gebraucht wird. Die CDU hatte kürzlich schon den Rückbau gefordert. Nun untermauert Jürgen Linz dies und verweist auf Rennen, die dort gefahren werden. Teilweise würden Motorräder auf Anhängern zur Strecke gekarrt. Neuerdings würden dort nicht nur in den Abendstunden, sondern auch tagsüber an den Wochenenden Wettrennen veranstaltet. „Der dadurch verursachte Lärm geht weit über den normal verträglichen Rahmen hinaus“, schreibt Linz. Wer die Straße im Portal Google Maps sucht, der findet dort den Hinweis „Wheeliemeile Büderich.“ Ein Wheelie ist in der Motorradszene eine Technik, bei der das Vorderrad abhebt.

Eintrag bei Google: „Wheeliemeile“. Foto: Screenshot Google

Auf dem Teilstück, das außerhalb des Ortes liegt, gilt eigentlich Tempo 100. Linz fordert nun, dass ein Tempolimit von 50 km/h eingerichtet wird. Die Polizei sehe sich nicht in der Lage, zu agieren, da es das 50er-Limit gibt. Auch für Radler könnte es gefährlich sein, neben rasenden Motorrädern zu fahren.

Vom Lärm betroffen, so Linz, seien als Anwohner insbesondere die Anlieger des Hagelkreuzweges, die ihre Gärten in Richtung der Rheinbrücke liegen haben. Diese würden den Motorenlärm hören, obwohl die Straße einige hundert Meter entfernt liegt. Die Umwidmung in eine Anliegerstraße wäre aus Sicht von Linz eine andere Option zur Lösung des Problems.

Auf andere Art machte die Weseler SPD am Dienstag das alte Teilstück der B 58 zum Thema. Die Sozialdemokraten hatten angeregt, zu prüfen, ob die Flächen nach Rückbau der B 58 für Photovoltaikanlagen genutzt werden können. Der Landesbetrieb Straßen NRW sah dies in einer Stellungnahme skeptisch. Nun schreibt SPD-Fraktionschef Ludger Hovest: „Es kann nicht sein, dass eine aus der Sicht der Umwelt und Nachhaltigkeit sinnvolle Maßnahme mit dem Hinweis auf langwierige Planverfahren und eingeschränkter personeller Möglichkeiten abgelehnt wird.“

(sep)
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