Ärger über „Kahlschlag“ in Ringenberg

Baumfällungen in Hamminkeln : Ärger über „Kahlschlag“ in Ringenberg

Straßen NRW hat die Bankette an der Haupt- und Dingdener Straße „rasiert“ und die gepflanzten Blumen gleich mit. Es gibt auch Kritik an Rodungen an der A3. Wildunfälle könnten nun leichter geschehen, argumentieren Kritiker.

Die Ringenberger sind verärgert und sprechen von „Kahlschlag“. Entlang der Hauptstraße und der Dingdener Straße, die beide Landesstraßen sind, haben Arbeiter die Grünstreifen abgefräst, erzählt der Vorsitzende des Ringenberger Heimatvereins, Christof Schmidt-Rotthauwe. Was ja erst einmal nicht schlimm ist, wäre der Zeitpunkt nicht so verheerend. Denn angesichts der warmen Temperaturen stecken überall Krokusse, Narzissen und Tulpen ihre Köpfe aus dem Boden.

Um diese Blumenpracht im Frühjahr und Sommer zu genießen, haben die Mitglieder des Heimatvereins auf den Grünstreifen im Dorf in den vergangenen beiden Jahren 2500 Narzissen- und Tulpenzwiebeln gesetzt. Doch deren Blütenpracht wird in diesem Jahr wohl arg dezimiert in Ringenberg zu bewundern sein. Wären die Arbeiten im Winter durchgeführt worden, hätte es wohl keine Probleme gegeben. Aber so, befürchten die Mitglieder des Heimatvereins, sei ihre ganze Arbeit zunichte gemacht worden.

„Im Herbst haben wir die letzten Zwiebeln gepflanzt“, erzählt der Dorfsprecher und die ersten Pflanzen jetzt hätten schon ihre Köpfe herausgestreckt. Die seien nun entfernt, ärgert sich nicht nur Schmidt-Rott­hauwe. Schließlich habe der Heimatverein nicht nur Geld für die Blumenzwiebeln in die Hand genommen, sondern die Mitglieder hätten auch viel Arbeit in das Pflanzen gesteckt: „Das macht man ja nicht mal eben in einer halben Stunde.“ Und auch über einen weiteren „Kahlschlag“ ärgern sich Christof Schmidt-Rotthauwe. An der Straße am Wolfsdeich, die in Richtung Brüner Straße direkt an der Bundesautobahn 3 entlang führt, hat Straßen NRW gründlich gerodet.

Nicht nur, dass der „Kahlschlag“ nicht schön aussieht, sondern lediglich einen freien Blick auf die Autobahn gewährt, er ist nach Ansicht des Ringenberger Dorfsprechers auch gefährlich. „Rehe können jetzt ohne Hindernis auf die Fahrbahn laufen“, warnt Schmidt-Rotthauwe. Das könnte im schlimmsten Fall nicht nur für die Tiere tödlich enden, sondern bei einem Wildunfall auch für die Autofahrer.

Die Sträucher zur Autobahn am Wolfsdeich sind weg. Foto: FUNKE Foto Services/Markus Weissenfels

Die Redaktion fragte auch bei Straßen NRW an. Die Behörde hat sich noch nicht gemeldet.

(thh)
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