Wesel: Ärger beim Auftakt zur Zeelink-Anhörung in Neuss

Wesel : Ärger beim Auftakt zur Zeelink-Anhörung in Neuss

In Hünxe warteten Bürger vergeblich auf Busse.

Am Sportplatz sollte der Bus die Hünxer Bürger gestern Morgen abholen und zum Auftakt der Erörterung nach Neuss bringen - eigentlich. Die Bürger warteten vergebens. Obwohl die Bedenken gegen die Gaspipeline zum überwiegenden Teil (1377 von insgesamt 1507) aus Voerde und Hünxe kommen, suchte die Bezirksregierung Düsseldorf das Dorint-Kongresshotel in Neuss als Verhandlungsort aus. Das Ersuchen der Stadt Voerde und später der Gemeinde Hünxe, die Anhörung auch in der hiesigen Region zu veranstalten, blieb ohne Erfolg.

Man bot daher einen Bustransfer an. "Der Bus stand am Rathaus, alle Leute warteten am Sportplatz", sagt Zeelink-Gegner Rainer Rehbein. 40 bis 50 Leute seien da gewesen, "die sind fast alle zuhause geblieben. Da haben sich Leute Urlaub genommen und werden einfach stehen gelassen." Rehbein ist sauer. Er und einige Mitstreiter organisierten drei Autos und fuhren nach Neuss. Auch in Voerde hatte der versprochene Bus an einer anderen Stelle gestanden. "Ist das noch Versehen oder schon Absicht?", fragt Rehbein.

Auf Anfrage erklärt die Bezirksregierung, dass es sich der Firma Zeelink zufolge um einen Fehler des Busunternehmens gehandelt habe, der Fahrer sei falsch instruiert worden. Später stellte Rehbein den Antrag, den Anhörungstermin abzusetzen, weil diejenigen, denen es gesetzlich zusteht, ihr Anliegen nicht zu Gehör bringen können. Der Antrag wurde zurückgewiesen. Die Anlieger dürfen nun später sprechen.

Am Ziel angekommen, musten die Einwender an der Einlasskontrolle vorbei und sich ausweisen. Die Presse musste draußen bleiben. Dies blieb im Verlaufe der Sitzung auch so, weil - so wird berichtet, das betroffene Unternehmen sich selbst für den Ausschluss der Presse ausgesprochen habe.

Sicherheit war ein großes Thema der nichtöffentlichen Anhörung. "Die haben alle Bedenken der Anwohner einfach vom Tisch gewischt," sagt Rehbein. Die Kommunen kamen zu Wort, Hünxe argumentierte mit der Nähe zur Wohnbebauung, Wesel hatte wasserrechtliche Bedenken. Naturschutzverbände meldeten sich zu Wort: Kaum zu glauben, dass die mit dem Gutachten über gefährdete Tiere und Pflanzen beauftragte Firma auf 250 Kilometer Länge keine einzelne Haselmaus habe nachweisen können, finden die Gegner. Amphibien waren nicht entdeckt worden.

66 private Einwender nahmen an der Anhörung teil, wobei einige Vertreteraufgaben für mehrere Betroffene wahrnehmen. 27 Bürger aus Hünxe sind darunter. Viele der gestern Vergessenen wollen heute teilnehmen. Um 10 Uhr geht's weiter, um 8 Uhr startet der Bus in Hünxe am Sportplatz Klever Straße/In den Elsen.

(P. K./sz)
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