Abhilfe für Pflegenotstand in Wesel-Büderich kommt langsam in Sicht

Pläne fürs Polderdorf : Abhilfe für Pflegenotstand in Büderich kommt in Sicht

Die Rentnergemeinschaft Büderich macht sich für ein Altenheim im Ort stark. Die Stadtverwaltung berichtet von konkreten Kontakten zu einem Investor.

Die Aussicht auf baldige Tagespflegeplätze und seniorengerechte Wohnungen ist gut und schön, löst aber in Büderich nicht das Problem der mangelnden Versorgung komplett pflegebedürftiger Menschen am Ort. Dies beklagt die Rentnergemeinschaft Büderich in einem offenen Brief. Er ging unter anderem an die Stadtverwaltung und die Fraktionen im Stadtrat. Vorsitzender Rainer Behrendt und sein Stellvertreter Hans-Bernd Krämer sprechen darin von „Pflegenotstand“ und schildern aktuelle Beispiele.

So seien Lebenspartner – selbst betagt und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen – kaum in der Lage, pflegebedürftige Angehörige in Xanten oder Winnenthal zu besuchen. In Wesel seien freie Plätze häufig nicht verfügbar und auch nicht viel besser erreichbar.

Und es gibt noch mehr Gründe für die Rentnergemeinschaft, auf die Lage aufmerksam zu machen. Wie Vorsitzender Behrendt im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, kursieren im Polderdorf viele Gerüchte über Pflegeheim-Pläne neben dem konkreten Projekt (14 Tagespflegeplätze und 19 Wohnungen), das die Diakonie des Evangelischen Kirchenkreises Kleve mit der Büdericher Investorenfamilie Gardemann auf der ehemals kirchlichen Fläche an der alten B 58-Ortsdurchfahrt plant.

So soll der Standort des ehemaligen Gasthofs van Gelder am Büdericher Marktplatz für ein Tagespflege-Vorhaben im Gespräch sein. Für echte Pflegefälle aber gebe es weiterhin nichts, sagte Behrendt und nannte Grundstücke, die geeignet sein könnten. So stehe schon ewig die Sargfabrik Uphoff leer. Auch der Sportplatz wäre denkbar. Dort gebe es doch immer wieder Konflikte.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp indes berichtete auf Anfrage von einem neu interessierten Investor für ein städtisches Grundstück, das ebenfalls an der Ortsdurchfahrt liegt. Es soll um ein Altenheim mit rund 80 Plätzen gehen. Zu anderen Ideen (van Gelder etc.) mochte sich Westkamp nicht äußern.