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25 Jahre Friedhofshalle Dingden: Kleine Feier für großes Engagement

Friedhofshalle in Dingden : Kleine Feier für großes Engagement

1995 vollendete der Förderverein die selbst gebaute Friedhofshalle in Dingden. Daran wurde jetzt bei einer kleinen Andacht erinnert.

Helmut Wisniewski ist nicht nur altgedientes Ratsmitglied der USD. Er gehört auch zu den Dingdenern, die im Dorf bemerkenswertes bürgerliches Engagement zeigen und zeigten. Als jetzt Verwaltung und Politik den Bau der Friedhofshalle am Hamminkelner Friedhof diskutierten, erinnerte er an ein Ereignis vor 25 Jahren, das er und eine große Helfergruppe mit viel Einsatz vorangebracht hatten: die in Eigenleistung erstellte Aussegnungshalle auf dem Friedhof, die nach zehn Monaten Bauzeit am 22. Dezember 1995 an die Kommune übergeben wurde.

Dieses Datum veranlasste den damaligen Mitorganisator, Vorstandsmitglied des Fördervereins und Helfer der ersten Stunde, eben Helmut Wisniewski, eine Gedenkfeier in der Aussegnungshalle zu gestalten. Von den fleißigen Mitstreitern der ersten Stunde waren an diesem Tage noch Bernhard Große Wolter und Helmut Hoffmann anwesend. Coronabedingt hatte man darauf verzichtet, alle Helfer einzuladen.

Gut 40 Mitstreiter hatten sich damals eingebracht, um die politisch nicht so gewollte Friedhofshalle zu errichten. An die 20 bereits verstorbenen Helfer sollte jeweils eine rote Kerze erinnern, die weiße Kerze zwischen diesen roten Kerzen leuchtete für die 20 noch lebenden Helfer. „Dieses sollte symbolisieren, dass an alle gedacht wird und keiner in Vergessenheit gerät, der sich damals tatkräftig eingebracht hat“, berichtet Wisniewski.

Nach einer kurzen Ansprache mit einigen Anmerkungen zum damaligen Baugeschehen wurde von ihm noch ein gemeinsames Gebet verlesen. Danach erklangen die Glocken am Glockenturm, der damals ebenso in ehrenamtlicher Arbeit entstanden ist. Klar, dass Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski lobende Worte für die ehrenamtliche Hilfe bei der Errichtung der Halle und auch den guten Allgemeinzustand nach 25 Jahren äußerte. Bei dem anschließenden Rundgang durch die Halle konnte dies auch für die Nebenräume bestätigt werden.

Es war 1995 ein feierlicher Moment, an dem der Förderverein das Gebäude an die Stadt mit Bürgermeister Heinrich Meyers übergab. Vorausgegangen war politischer Streit. 1991 waren schon 50.000 Euro bereitgestellt worden, die Summe hätte vielleicht für einen zusätzlichen Wetterschutz gereicht, die Halle am alten Friedhof sollte genug sein. In Dingden kam Unmut auf. Im August 1994 wurde der Förderverein Friedhofshalle Bokern gegründet, 35 Gründungsmitglieder tagten, Bernhard Bußkamp und Ernst Paus wurden Vorsitzende, Helmut Wisniewski fungierte als Beisitzer im Vorstand. Die Verwaltung unterstützte das Engagement, arbeitete dem Verein auch zu. Der Rat beschloss, 350.000 Euro bereitzustellen.

Dann kam die Stunde der handwerklich begabten Ehrenamtlichen. Am ersten Bautag waren vier Helfer im Einsatz. Helmut Wisniewski, der die Bauleitung übernommen hatte, muss es wissen, er führte Buch über die Arbeiten. Auch die Bauzeichnungen, Abrechnungen und Zeitungsartikel hat er aufbewahrt. Am Ende standen 4500 Helferstunden in der Bilanz bis zur offiziellen Übergabe.

Der Förderverein hatte schließlich mit weiteren Arbeiten aus dem schlichten Gräberfeld Am Bokern in Eigenregie einen Friedhof mit 6,30 Meter hohem Kreuz, den 1997 errichteten Glockenturm, Aussegnungshalle und gepflasterten Flächen gemacht. Damit entlastete er nicht nur die öffentliche Hand, sondern schuf ein würdevolles Umfeld für Grabstätten.

(thh)