Wesel: 19-jähriger KDG-Schüler leitet Greenpeace am Niederrhein

Wesel: 19-jähriger KDG-Schüler leitet Greenpeace am Niederrhein

Walfängern im Schlauchboot den Weg versperren, Tiefsee-Ölprobebohrungen durch den Sprung ins Meer verhindern, mit Bergsteigerausrüstung die Reaktorkuppel des deutschen Atomkraftwerks Unterweser erklimmen: Denkt man an Greenpeace, kommen den meisten diese und ähnliche Aktionen in den Sinn. Aber es geht auch eine Nummer kleiner, wie die Arbeit in der neu gegründeten Gruppe "Greenpeace Niederrhein" beweist.

Zehn fest, 20 "lose" Mitglieder

Seit 40 Jahren sind Greenpeace-Aktivisten mittlerweile schon im Kampf für die Umwelt aktiv. Auch in Deutschland wächst das Interesse nach Fukushima oder der Ölkatastrophe im Golf von Mexico immer weiter. Gab es vor zwei Jahren neben dem Hauptsitz in Hamburg noch rund 80 Greenpeace-Gruppen über das Land verteilt, sind es mittlerweile 105. Eine davon ist die seit dem 28. Juni 2011 wiedergegründete Gruppe "Greenpeace Niederrhein".

Mit Alex Oslislo (19) steht an der Spitze der Gruppe, deren Einzugsgebiet sich von Duisburg über Dinslaken, Moers, Voerde Wesel bis nach Emmerich erstreckt, einer der jüngsten Gruppenkoordinatoren bundesweit. "Auf dem Moerser Jazz-Festival 2009 hatte Greenpeace einen Infostand", erinnert sich Oslislo. Heute leitet der KDG-Schüler die zehnköpfige Gruppe, deren Altersdurchschnitt bei 40 liegt. Es gibt übrigens auch noch 20 "lose Mitglieder". "Die anderen wollten den Posten nicht", erklärt Oslislo, der viel Zeit in seine ehrenamtliche Arbeit investiert. Allein rund 80 Mails muss er pro Woche beantworten. Alle 14 Tage trifft sich die Gruppe, um über das weitere Vorgehen zu beratschlagen. "Wir wollen die Leute zum Umdenken bewegen ", erklärt er. Auf den PPP-Tagen präsentierte die Gruppe zum Beispiel "ertrinkende Hände", um auf den Klimawandel hinzuweisen. Denn: "Auch im Kleinen kann man was bewegen", ist Oslislo überzeugt und geht mit gutem Beispiel voran. Seine Termine erledigt er mit dem Rad oder der Bahn.

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Das Klima mit den Unterthemen Wälder, Kohle und Verkehr ist das Gruppenthema für die Region. "Wir können aber nicht den Wald vor der eigenen Haustüre schützen", sagt der junge Greenpeace-Chef. Denn wie alle 4000 ehrenamtlichen Mitglieder sind auch sie den drei Greenpeace-Grundsätzen verpflichtet: "Gewaltfrei, unabhängig und global orientiert". Deshalb versuchen sie zum Beispiel vor Ort mit Werbung für Recycling-Papier kanadischen Wälder vor der Abholzung zu schützen. "Wir wollen vor dem Kaufhof Weihnachtsgeschenke in Recycling-Papier verpacken", verrät er. Nur die Schule kommt dabei ein wenig kurz. "Zeit fürs Abi? Das ist ein echtes Problem", erklärt der 19-Jährige der sich auch in der Weseler Eine-Welt-Gruppe engagiert. Wenn diese Hürde 2012 geschafft ist, will er ein freiwilliges, ökologisches Jahr absolvieren. Wo? "Hoffentlich im Greenpeace-Büro in Hamburg", so Oslislo.

Nächster Termin zum Reinschnuppern: heute, 19 Uhr, im Lokal "Himmel und Erde" bei Keunecke, Caspar-Baur-Straße

(isa)
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