Wesel: 18-jähriger Intensivtäter geht für schweren Raub in Knast

Wesel : 18-jähriger Intensivtäter geht für schweren Raub in Knast

Mit einem Komplizen einen Freund überfallen und mit schraubengespickter Baseballkeule zugeschlagen.

Irgendwann haben auch die langmütigsten Richter die Nase gestrichen voll und reden Tacheles. So geschehen gestern im Weseler Amtsgericht. Zu drei Jahren und drei Monaten ohne Bewährung verurteilte es einen 18-Jährigen wegen schweren Raubes nach Jugendstrafrecht Sein ebenfalls 18-jähriger Mittäter kam mit neun Monaten auf Bewährung, davon, und muss 80 Sozialstunden ableisten.

Am 17. April sollen die beiden laut Anklage verabredet haben, einen Bekannten abzuziehen. Mit dabei hatten sie einen Baseballschläger, der mit Schrauben gespickt war, um ihre Gefährlichkeit martialisch zu unterstreichen. Sie verabredeten sich gegen 5 Uhr am frühen Morgen an der Straße Am Nordglacis mit besagtem Bekannten). Angeblich, um Drogen zu kaufen. Der geständige Mittäter erzählte dem Gericht, dass er zuerst mit dem Opfer geredet habe. Dann sei der Hauptangeklagte, der sich hinter einem Auto versteckt hatte, hervorgekommen und habe das Opfer am Wegfahren mit dem Fahrrad gehindert, habe mit der Baseballkeule auf die Beine geschlagen und das Portemonnaie aus der Innentasche der Jacke geraubt. Der Malträtierte habe sich gewehrt, seinem Peiniger die Keule abgenommen, woraufhin dieser floh. Auch der Mittäter habe sich noch mit dem Opfer gestritten und geprügelt, sei dann nach Hause gegangen, wo sich die beiden in die Haare bekamen, weil kein Geld in der Börse war.

Doch beim Hauptangeklagten hörte sich der Hergang ganz anders an. Er sei mit Freunden in der Feldmark zum Feiern und auf dem Weg nach Hause gewesen, als er den Mitangeklagten und das Opfern gesehen habe, die sich offenkundig stritten. Er habe nur schlichten wollen. Wegen Vorstrafen und laufender Bewährung, sei er schließlich abgehauen, um nicht noch Ärger zu bekommen.

Ein Zeuge allerdings bestätigte, dass die beiden gemeinsam an dem Abend in des Mittäters Wohnung waren und nach ihrem Ausflug auch gemeinsam zurückgekehrt seien. Auch das Opfer bestätigte die Version der Staatsanwaltschaft, auch wenn es bestritt, mit Drogen zu tun zu haben. Pikant: Das Opfer war eigentlich mit dem Hauptangeklagten befreundet und hatte, nachdem es Anzeige bei der Polizei erstattet hatte, in einer zweiten Vernehmung versucht, diesen zu schützen und stattdessen dem Mittäter die Schuld in die Schuhe zu schieben, wie es vor Gericht zögerlich zugab. Fürs Gericht war die Sache damit klar.

(auf)
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