Hamminkeln: 13.500 Demenzkranke im Kreis Wesel

Hamminkeln : 13.500 Demenzkranke im Kreis Wesel

Die Nachbarschaftsberatung bot in Hamminkeln eine Informationsveranstaltung für pflegende Angehörige und interessierte Bürger an. 17 Ehrenamtler engagieren sich in der Gemeinde.

Steht die Diagnose Demenz fest, bedeutet dies einschneidende Veränderungen im Leben der Betroffenen und deren Familien. Oft beginnen die Probleme aber schon im Frühstadium der Erkrankung oder bei einem Verdacht. Die Nachbarschaftsberatung der Stadt Hamminkeln hat aufgrund von fehlenden Angeboten im Stadtgebiet die Initiative ergriffen und eine erste Informationsveranstaltung organisiert. Ziel der Nachbarschaftsberatung ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Autonomie und Lebensqualität zu erhalten, sich als Teil der Gesellschaft zu verstehen und ihnen auch in schwierigen Lebenslagen zur Seite zu stehen. Im Bereich Hamminkeln engagieren sich derzeit 17 Ehrenamtler, um Mitbürgern in schwierigen Zeiten zu Helfen.

Für die Demenzveranstaltung wurde Kirsten Bovenkerk vom St.-Vinzenz-Hospital in Dinslaken eingeladen. Seit sechs Jahren ist die Gerontopsychiatrische Fachberaterin im Kreis Wesel aktiv und bietet neben Vorträgen auch persönliche Beratungen im Kreisgebiet an. "Neben dem Angebot in Dinslaken gibt es jeden Mittwoch zwischen 14 und 16 Uhr auch die Möglichkeit, im Evangelischen Krankenhaus Wesel ein Gespräch mit mir zu führen. Die Veranstaltung in Hamminkeln liegt mir besonders am Herzen, da ich hier geboren bin. Ein Wunsch wäre es daher, im Stadtgebiet ein festes Beratungsangebot zu schaffen, damit Betroffene kürzere Wege haben. Gerade im Alter ist die Mobilität auf dem Land stärker eingeschränkt", sagt Bovenkerk.

Dass das Thema von Interesse ist, zeigte sich in den Besucherzahlen. Gut 50 Personen fanden den Weg in den Hamminkelner Ratssaal. "Mit so viel Zulauf hatten wir eigentlich gar nicht gerechnet", so Mendina Morgenthal von der Nachbarschaftsberatung. Los ging es mit einem Grußwort von Bürgermeister Bernd Romanski (SPD), der die Bedeutung des Themas hervorhob. In anderthalb Stunden führte Bovenkerk intensiv in die Thematik Demenz ein und erklärte den Anwesenden die Formen der Erkrankung. Allein im Kreis Wesel gibt es laut der Expertin etwa 13.500 Erkrankte und die Zahl steigt, bedingt durch den demografischen Wandel in der Gesellschaft.

Ein wichtiger Vortragspunkt stellte die medizinische Behandlung der Erkrankung dar. Laut Bovenkerk ist es besonders wichtig, frühzeitig Symptome zu erkennen und sich fachlichen Rat einzuholen. Je nach Krankheitsbild können eine richtige Diagnostik mit anschließender fachärztliche Behandlung zu einer Besserung des Krankheitsbildes führen. Da die Demenz einen langen Krankheitsverlauf aufweist, befähigt eine rechtzeitige Aufklärung der Angehörigen sich besser auf die Krankheit einzustellen. Ergänzend können Lern- und Hilfsangebote in Anspruch genommen werden, um den richtigen Umgang mit dem Erkrankten zu erlernen. Nach dem Vortrag konnten die Gäste Fragen an die Expertin richten.

(cth)
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