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Hotelier in Haltern erschossen: 12 Jahre Haft für Haupttäter

Hotelier in Haltern erschossen : 12 Jahre Haft für Haupttäter

Die Angreifer kamen in der Nacht und setzten ihrem 80-jährigen Opfer eine Pistole an den Kopf. Dann fiel ein Schuss. Vor knapp zwei Jahren wurde in Haltern ein Hotelier getötet. Am Donnerstag (10. Mai 2012) wurden die Täter vom Bochumer Schwurgericht verurteilt.

Die Strafen: zwölf Jahre Haft für den 44-jährigen Todesschützen, fünf und sieben Jahre Haft für seine 47 und 48 Jahre alten Komplizen. Das Trio hatte den Millionär am Abend des 29. Mai 2010 vor dessen Villa in Datteln abgepasst. Einer davon stammt aus Schermbeck (Kreis Wesel).

Außer Kontrolle

Mindestens 30.000 Euro plus Schmuck: Davon hatten die drei Angeklagten geträumt, als sie mit dem Auto nach Datteln fuhren. Ihr Motiv war Geldnot. Doch dann mussten sie ohne Beute fliehen. Der Raubüberfall war völlig außer Kontrolle geraten. Im Prozess hatte der Todesschütze von einem Unfall gesprochen. Der Schuss habe sich versehentlich gelöst. Keiner habe den Tod des Hoteliers gewollt. Für den 80-Jährigen kam damals jede Hilfe zu spät. Er starb vor den Augen seiner Ehefrau.

Monatelang hatte die Polizei später nach den Tätern gefahndet. Dabei wurden auch Spürhunde eingesetzt. Sogar die Autobahn 43 war mehrfach abschnittsweise gesperrt worden.

Hinweis

Der entscheidende Hinweis kam schließlich, nachdem die ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ungelöst" den Fall aufgegriffen hatte. Der immer noch anonyme Informant soll für seinen Tipp eine Belohnung von 300 000 Euro ausgehandelt haben. Mit der Festnahme des Todesschützen wurde auch gleich noch ein Raubüberfall auf eine Bochumer Witwe von Januar 2006 aufgeklärt. Dieses Verbrechen ist mit in das Urteil eingeflossen.

Von einem Mord gingen die Bochumer Richter nicht aus. Sie werteten die Bluttat als Raubversuch mit Todesfolge. Richter Hans-Joachim Mankel: "Wir haben nicht widerlegen können, dass der Schuss unabsichtlich abgegeben worden ist."

Mehr dazu lesen Sie am Freitag in der Rheinischen Post, Ausgabe Wesel.

(lnw)