Wesel: 100 Esel für Wesel

Wesel: 100 Esel für Wesel

Wesel mit Hilfe des Esels besser zu vermarkten, ist Ziel von City-Manager Thomas Brocker. Seine Idee: Künstler und Kinder sollen Eselskulpturen aus Kunststoff bemalen, die in der Stadt als dekorative Hingucker dienen sollen. In Berlin sind die Buddybären beliebtes Fotomotiv. Auf der Kö in Düsseldorf sind die bunt bemalten Radschläger ein Hingucker, und in Krefeld ist man stolz auf künstlerisch gestaltete Pinguine. Immer mehr Städte, die sich öffentlichkeitswirksam rausputzen wollen, setzen auf poppig-schrille Kunststoff-Skulpturen. Auch der Weseler Esel soll stärker als bisher als städtisches Marketingzugpferd dienen. Lebensgroß und 100fach.

Bundesweit bekanntes Symbol

Deshalb plant der neue City-Manager Thomas Brocker eine ungewöhnliche Aktion: 1,50 Meter hohe Esel aus wetterfestem Glasfaser-Kunststoff (GFK) sollen von Künstlern, Schülern und womöglich auch von Kindergärten farbenfroh und witzig dekoriert werden und im Frühjahr 2007 zu den Hansetagen an markanten Stellen installiert werden. "Der Esel ist ein Symbol für die Stadt, das bundesweit bekannt ist", weiß Brocker. "Es liegt also nahe, den Esel weiter zu vermarkten und Wesel noch bekannter zu machen." Um Missverständnisse zu vermeiden: "Es geht nicht darum, Wesel zur Eselstadt zu machen. Wesel soll weiter die Hansestadt am Rhein bleiben."

Grautier aus Glasfaser

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Wann genau die ersten GFK-Esel in Produktion gehen, ist noch nicht klar. Das Projekt steckt noch in der Planungsphase. Doch alle, die von Brocker über die Idee informiert wurden, sind begeistert. "Das finde ich wirklich toll", meint beispielsweise Sabine Ostrop, Vorsitzende der Werbegemeinschaft. "Der Esel ist typisch für unsere Stadt und ein Alleinstellungsmerkmal. Und die Skulpturen sind sicherlich sehr dekorativ." Ebenfalls von den Esel-Objekten angetan zeigt sich Ursula Bröcheler, eine der Z 6-Künstler, die ihrer kreativen Arbeit im Haupttorgebäude der Zitadelle nachgehen. "Wir alle leben und arbeiten hier, würden die Sache gerne mittragen." Sie hat sich schon einen Sponsor für "ihren" Esel gesichert — das Waldhotel Tannenhäuschen.

"Passt zur neuen Rheinbrücke"

Deren Chefin Christiane Hetzel ist bekennender Esel-Fan. "Esel haben viele positive Eigenschaften: Sie haben etwas kraftvolles, stecken voller Energie und Ausdauer und sind charmant. Ich finde die Sache wirklich toll." Auch den hinter vorgehaltener Hand schon oft genannte Namensvorschlag "Weseler Eselsbrücke" (für die neue Rheinbrücke) findet sie symphatisch. Dass es dafür in der Bevölkerung sicher keine Mehrheit geben wird, ist Christiane Hetzel klar. Aber: "Vielleicht könnte man ganz besonders gelungene Esel-Exemplare vor die Rheinbrücke stellen, um damit Gäste der Stadt willkommen zu heißen."

(RP)
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