Zweiter Schieber defekt – Wasser wird abgestellt

Wermelskirchener Innenstadt wird zum Nadelöhr : Wasserschaden sorgt für Behinderungen

Aus einer kleinen Reparatur wurde dann doch ein größerer Einsatz auf Telegrafenstraße/Brückenweg. Drei Stunden wurde das Wasser abgedreht. Im Friseurgeschäft Tillmanns mussten Termine von Kunden verlegt werden.

Rund um den Kreisverkehr „Bügeleisen“ in der Innenstadt fließt in den Haushalten wieder seit Donnerstagnachmittag sauberes Trinkwasser. Die BEW hat am Donnerstag gegen 15 Uhr die Leitungen gespült und dann die ausgetauschten Schieber geöffnet. Eigentlich sollte nur ein Schieber vor dem Restaurant Dimitra am Donnerstagvormittag ausgetauscht werden. Doch beim Schließen des Wasserversorgungsnetzes zur Vorbereitung auf den Austausch bemerkten die BEW-Mitarbeiter, dass ein zweiter Schieber in Höhe der Einfahrt zur Telegrafenstraße ebenfalls gebrochen war – „da spritzte schon das Wasser, nachdem der Saugbagger das Erdreich rund um die Leitungen freigelegt hatte“ , berichtete Christoph Czersinsky, Abteilungsleiter für Gas- und Wassernetze der BEW.

Pfingstmontag war der erste Schaden am Schieber in der Telegrafenstraße 61 entdeckt worden. Anwohner Harald Heidbüchel: „Neben der Straßenlaterne quoll das Wasser zwischen den Platten raus.“ Er sei am Dienstag sofort zur BEW gegangen und hätte den Schaden gemeldet; innerhalb einer Stunde sei ein Team vor Ort gewesen und hätte den Schaden abgedichtet. „Dafür ein Dankeschön. Das ging alles zügig.“

Stau im Kreisverkehr „Bügeleisen“. Eine mobile Ampelanlage regelte den Verkehr. Eine etwas zurückgebaute Absperrung am „Dimitra“ bleibt bis Dienstag. Foto: Udo Teifel

Für Donnerstagmorgen nun war die Reparatur dieses gebrochenen Schiebers vorgesehen. Doch die Arbeiten, die um 8.30 Uhr begannen, wurden eingestellt, das Wasser nicht abgedreht, wie eigentlich geplant. Denn da wurde der zweite defekte Schieber entdeckt. Mitarbeiter einer Leverkusener Tiefbaufirma reisten an, eine mobile Ampelanlage musste erneut aufgestellt werden. BEW-Mitarbeiter gingen von Haus zu Haus und informierten Anwohner darüber, dass nicht vormittags, sondern ab 12 Uhr das Wasser abgedreht wurde. Ihnen wurde empfohlen, einen Wasservorrat vorzuhalten.

So sehen Schieber nach 38 Jahren im Erdreich aus. Foto: Udo Teifel

Für das Friseurgeschäft Tillmanns eine schwierige Situation. Michael Tillmanns: „Wir haben bestimmt ein Dutzend Termine verlegt oder die Kunden gebeten, mit gewaschenen Haaren zu kommen. Dauerwelle, Färbe – all dies ging nicht.“ Ein paar Eimer, mit Wasser gefüllt, standen zwar im Ladengeschäft, doch die dienten eigentlich nur dazu, sich die Hände zu waschen.

Auch Waios Dimou plante um, befürchtete Schlimmes fürs Mittags- und Abendgeschäft. Seine Tochter Xenia sagte, sie stelle Wassereimer auf, um notdürftig zu spülen – in der Küche und im Thekenbereich. „Wenn wir wieder fließend Wasser haben, werden wir noch mal richtig spülen.“ Und auch auf der Toilette wurden Wassereimer aufgestellt. Doch so schlimm wurde es nicht. Zum Abendgeschäft floss auch bei Waios Dimou das Wasser wieder aus dem Hahn. Während der Arbeiten wurde es auf der Zufahrt zur Telegrafenstraße und aus Richtung Brückenweg durch die Ampelanlage immer mal wieder eng. Staus bildeten sich. Doch die Autofahrer waren dann doch geduldig.

Gegen 15 Uhr drehte die BEW wieder die Wasserleitung auf, die Straße war provisorisch geschlossen, heute wird die letzte Tragschicht in der Kurve Telegrafenstraße/Brückenweg aufgebracht. Anders verhält es sich da vor dem Restaurant Dimitra. Czersinsky: „Der gebrochene Schieber wie auch der Hydrant sind ausgetauscht. Aber es muss noch der Netzanschluss altersbedingt erneuert werden.“ Das wird am kommenden Dienstag geschehen, wenn Ruhestag im Restaurant ist.“ Die Absperrung der Baugrube werde verkleinert, so dass der Biergarten und der Zugang wieder nutzbar seien.

Mehr von RP ONLINE