Wermelskirchen: Zwei Städte feiern ihre Partnerschaft

Wermelskirchen: Zwei Städte feiern ihre Partnerschaft

40 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Wermelskirchen und Loches - das wird kräftig gefeiert. Gestern ging es nach Lindlar ins Freilichtmuseum, ein Festabend rundete den Tag ab. Heute geht's weiter.

Oben Reden, unten Disco. Bürgermeister Erik Weik freute sich beim geselligen Festabend der Städtepartnerschaft Loches - Wermelskirchen am Freitag im Bürgerzentrum über diese Aufteilung: Es sei ein Zeichen der Normalität im Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland.

Klaus Flanhardt (v.l.), Georgette Audebert, Eric Weik und Marc Angenault gestern beim Festabend. Foto: Moll

Rund 350 Personen hatten sich eingefunden, Franzosen und Deutsche saßen gut gemischt an den Tischen, französische und deutsche Sätze segelten durch die Lüfte, die Stimmung entsprach dem Wetter: ausgesprochen gut. Vor den Gästen aus Loches standen kleine Präsente mit Leckereien von Café Wild. Und jeder der wollte, konnte die kleine rührende Geschichte von dem Uhu Finaud von Siegfried Hackenberg in Buchform auf Französisch und Deutsch mitnehmen. Also alles normal und beinahe selbstverständlich.

Und das sei gerade das Besondere daran, sagte Wermelskirchens Bürgermeister in seiner Begrüßungsrede. Sein Freund Marc Angenault, der Bürgermeister von Loches, hatte beinahe selbstverständlich mit einer deutschen Flagge das Bürgerzentrum bei der Ankunft betreten und die Präsidentin des französischen Partnerschaftskomitees, Georgette Audebert, hatte ihm, dem Bürgermeister von Wermelskirchen, mit der gleichen Selbstverständlichkeit bei der Begrüßung eine französische Flagge in die Hand gedrückt.

Und während Weik noch redete und nach ihm Angenault und dann noch Georgette Audebert, die Präsidentin des Partnerschaftskomitees in Loches, und schließlich Klaus Flanhardt in Vertretung der erkrankten Vorsitzenden des Arbeitskreises Loches, Heidi Engels, kamen sich im Foyer junge Musiker und Fußballer aus beiden Städten bei heißer Musik näher. Natürlich zunächst mit Zurückhaltung, da erst einmal die Wohlgerüche leckeren Essens in die Nase zogen.

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Derweil gab es oben im Saal gegenseitige Blumengeschenke. Aber nicht nur das. Während Kellnerinnen eifrig um die Tische wieselten und neben Wasser und Limonade auch Kölsch und einen vorzüglichen Weißen Burgunder aus Deutschland einschenkten, überreichte Erik Weik Marc Angenault ein exklusives Präsent in Form einer Weinflasche, deren Inhalt er nicht verraten wollte. Der Bürgermeister aus Loches schenkte ihm die Loches-Medaille mit der festen Überzeugung, dass die Freundschaft zwischen beiden auch weiter bestehen werde, nachdem Weik seinen Bürgermeisterposten an den Nagel gehängt haben werde.

Vorher hatte Angenault in seiner Rede nach einem kurzen Abriss der europäischen Geschichte von Frankreich und Deutschland seit den letzten 65 Jahren geliefert. Damit bettete er die Partnerschaft zwischen Loches in Wermelskirchen in einen großen europäischen Zusammenhang ein. Er betonte, dass es die Pflicht aller Bürger von Loches und Wermelskirchen sei, die enge Verbindung zwischen beiden Städten aufrechtzuerhalten. Klaus Flanhardt sagte in seinem Grußwort, dass Städtepartnerschaften Kinder der jüngsten Geschichte seien. Städtepartnerschaften seien gerade in der heutigen Zeit gute Grundlagen für einen dauerhaften Frieden. Nicht zuletzt, weil dadurch auch persönliche Freundschaften und Beziehungen entständen. Georgette Audebert sagte, dass beide Städte Brüderlichkeit "gelernt" hätten. Ihr Dank galt allen, die so eifrig im Laufe der Jahre daran gearbeitet hatten. Damit knüpfte sie ihrerseits an Weiks Ausruf in dessen Rede an: "Danke für Ihre Freundschaft!"

Heute um 11 Uhr gibt es einen Festakt im Bürgerzentrum: Dabei werden Gedenktafeln enthüllt. Ab 12 Uhr findet in Höferhof ein Konzert statt, anschließend ein Fußballturnier. Und auch auf dem Stadtfest am Sonntag sind die Lochois wieder mit einem Stand und regionalen Delikassen vertreten.

(bege)
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