Wermelskirchen: Zusammen den Katastrophenfall üben

Wermelskirchen : Zusammen den Katastrophenfall üben

Bei der jährlichen gemeinsamen Katastrophenschutzübung klappte die Zusammenarbeit von Feuerwehr, DLRG, DRK und THW reibungslos. Simuliert wurde eine Gasexplosion in der leeren Grundschule Ost.

Es ist eine beunruhigende, beinahe gespenstisch anmutende Szenerie an der alten Grundschule Ost im Weyersbusch: Brummende Dieselgeneratoren, Blaulicht blitzt durch die Dunkelheit, aufgeregt wuseln an die einhundert Helfer umher, viele Verletzte werden von den Hilfskräften versorgt. Eine Katastrophe? Nein. Am Samstagabend wurde der Ernstfall lediglich geprobt. Die jährliche gemeinsame Katastrophenschutzübung ist in vollem Gang.

Thomas Gustav Sachser, stellvertretender Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr, steht ruhig inmitten des ausgebrochenen Chaos' und beobachtet das Geschehen: "Diese Übungen müssen regelmäßig stattfinden, um die Leistungsfähigkeit der Gefahrenabwehr zu erproben. Das passiert in den meisten Kommunen leider nicht, hier in Wermelskirchen machen wir das indes schon seit mehreren Jahrzehnten."

In diesem Jahr haben die Organisatoren Sachser und Stadtbrandinspektor Ingo Mueller die Themenschwerpunkte "Massenanfall von Verletzten", "Arbeiten mit tragbaren Leitern" und "Sicheres Arbeiten in der Dämmerung" in die Planung mit einfließen lassen.

Die inszenierte Situation erscheint so erschreckend wie real: In der Grundschule findet das Sommerfest statt, im Anschluss daran wird für die Viertklässler noch eine Helloween-Party mit Übernachtung veranstaltet. Beim Spielen im Kellerbereich öffnen einige Kinder versehentlich die Stadtgasleitungen, eine Leckage entsteht. Die Kinder erzählen niemandem davon. Als Lehrer später am Abend Gasgeruch wahrnehmen und diesem nachgehen, lösen sie eine Explosion mit Stichflammen bis in die Obergeschosse aus. In diese wahrlich katastrophale Situation kommen die Rettungskräfte mit ihren verschiedenen Einsatzaufträgen: "Die Feuerwehr muss die Brände bekämpfen, die als Folge der Explosion im Treppenhaus ausgebrochen sind, sie muss die Menschen über tragbare Leitern aus dem Obergeschoss retten und sich um die Verletzten bis zum Eintreffen des DRK kümmern", zählt Sachser auf. Die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks müssen sich um das austretende Gas kümmern sowie um die Sicherung des Kellers und bedrohter Gebäudeteile. Rotes Kreuz und DLRG richten eine Verletztensammelstelle ein, in der sie sich um die medizinische Erstversorgung der verletzten Kinder und Erwachsenen kümmern.

"Diese Art von Katastrophen geschehen ja in der Regel in der Dunkelheit, deswegen haben wir die Übung auch auf den Abend gelegt", sagt Sachser. Man wollte die Übung so realistisch wie möglich gestalten, hat aber auch an die umliegenden Anwohner gedacht, wie Sachser ausführt: "Die haben wir informiert, damit sie sich keine Sorgen machen." Der lange Abend endet mit dem Aufräumen. Denn natürlich müssen die Einsatzfahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht werden. Damit es im Ernstfall genauso reibungslos klappt wie bei der Übung.

(RP)
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