Wermelskirchen: Zu wenig Geld für Zweijährige

Wermelskirchen : Zu wenig Geld für Zweijährige

Die sogenannten U3-Kinder haben zwar einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Aber den Kirchen reichen die Landeszuschüsse nicht, um die Zweijährigen Bedarfs gemäß in ihren Kindergärten aufzunehmen.

35 Prozent aller Wermelskirchener Kinder unter drei Jahren haben einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz — theoretisch: Denn die Kirchen vor Ort haben Schwierigkeiten mit der Finanzierung ihrer Kita-Plätze für die Zweijährigen. Deshalb wird sich der Jugendhilfeausschuss jetzt des Problems annehmen. So werden für die evangelische Kita in Dhünn und den katholischen Kindergarten St. Michael ein Defizit von Fördergeldern in Höhe von 788 360 Euro entstehen, das die Träger der Einrichtungen aber nicht ausgleichen können.

Dies haben Gespräche mit den Vertretern der beiden Kirchen ergeben. Da aber auch die Stadtverwaltung wegen der angespannten Haushaltslage nicht einspringen kann, muss sich der Jugendhilfeausschuss einem generellen Problem stellen: So werde das vom Stadtrat beschlossene Ziel, im nächsten Jahr den Rechtsanspruch für U3-Kinder auf einen Kindergartenplatz umzusetzen, nicht erreicht werden können, heißt es in der Vorlage zur nächsten Sitzung.

Die Standards nicht erfüllt

In den Gesprächen mit den Kirchenvertretern sei dargelegt worden, dass die Träger selbst bei einer gleichmäßigen Aufteilung des Defizits nicht in der Lage wären, die jeweils fehlenden 240 000 Euro für die U3-Plätze aufzubringen. Außerdem haben die evangelischen Kitas Wielstraße, Heisterbusch, Dhünn und Tente nur eine befristete Betriebserlaubnis für ihre U3-Plätze, da sie den vorgeschriebenen Ausbau- und Einrichtungsstandard nicht erfüllen. Über diese Problematik wird der Jugendhilfeausschuss ebenfalls informiert. In den evangelischen und katholischen Kitas werden zurzeit insgesamt 18 Zweijährige betreut.

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Das Defizit an Fördermitteln erklärt das Jugendamt mit der Senkung der Höchstfördersätze durch die neue Landesregierung. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen die Anträge der Kitas Dhünn, Wielstraße, Heisterbusch und Tente in Höhe von 240 000 Euro und der Kita St. Michael in Höhe von 120 000 Euro aus dem U3-Investitionsprogramm des Bundes noch aus. Beantragt sind für diese insgesamt 18 U3-Plätze eine Summe von 136 706 Euro aus Bundes- und 154 934 Euro aus Landesmitteln.

Bereits gefördert und ausgebaut sind insgesamt 62 U3-Plätze und 38 Tagespflegestellen. So halten die Kitas Jahnstraße (Stadtverwaltung), Dabringhausen (evangelische Kirche) und Jörgensgasse (Arbeiterwohlfahrt) jeweils zwölf U3-Plätze bereit. Zehn Plätze gibt es in der evangelischen Kita Heisterbusch, jeweils sechs in der städtischen Kita Am Ecker und im katholischen Kindergarten St. Michael. Und vier U3-Plätze werden im Lebenshilfe-Kindergarten in Wellerbusch vorgehalten. Diese Einrichtungen wurden mit insgesamt 622 279 Euro gefördert.

(RP/rl)