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Wermelskirchen: XXL-Thermorüssel an Talsperre ist installiert

Wermelskirchen : XXL-Thermorüssel an Talsperre ist installiert

Die variable Entnahmeleitung an der Dhünn wird wahrscheinlich im Frühjahr in Betrieb genommen.

Die Dhünn-Talsperre hat seit wenigen Tagen einen Rüssel. Neun Meter ist er lang, kann 14 Meter nach oben und nach unten geschwenkt werden und besitzt am herausragenden Ende einen 1,56 Meter hohen Filterkorb. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Thermorüssel, mit dem Talsperrenwasser aus höher gelegenen, wärmen Schichten aufgenommen und an die Dhünn abgegeben werden soll. Die Betreiber der Talsperre erhoffen sich dadurch eine Verbesserung des Lebensraums im und um den Fluss. "Er soll wieder so werden, wie er vor dem Bau der Talsperre 1987 war", sagte Projektleiter Thorsten Luckner bei der gestrigen Vorstellung des neuen Rüssels.

Die mehrere Tonnen schwere sogenannte variable Entnahmeleitung kommt etwa in der Mitte des 66,6 Meter hohen, tulpenförmigen Entnahmeturms aus dem Mauerwerk. Dafür wurde ein kreisrundes, 80 Zentimeter dickes Stück mit einem Durchmesser von circa einem Meter aus dem Turm geschnitten. "Das war sehr aufwendig", meinte Luckner. Von außen wurde zunächst ein 2,5 Mal 2,5 Meter großer, begehbarer Verbaukasten an den Turm gesetzt und trocken gelegt. Taucher frästen das Loch in die Wand. Auswirkungen auf die Qualität des Trinkwassers hätten die Arbeiten nicht gehabt, betonte der Projektleiter. "Es hat alles wie geplant geklappt."

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Mit dem Thermorüssel soll das Wasser in den Schichten aufgenommen werden, die die gleiche Temperatur wie jene Wassermengen haben, die über den Fluss in die Talsperre gelangen. Dieses wird dann innerhalb weniger Sekunden an die Dhünn abgegeben. Da kaltes Wasser sauerstoffarm und damit schlecht für Fische ist, sind seit dem Bau der Talsperre einige Arten wie Eschen, Schneider und Elritzen verschwunden. Durch die Temperaturerhöhung soll für sie wieder ein Lebensraum geschaffen werden. "Bis zu 23 Arten könnte es geben", sagte Monika Ebers vom Wupperverband. "Derzeit sind es fünf."

In etwa drei Wochen ist der Rüssel betriebsbereit, dennoch wird er den Winter über weitestgehend stillstehen. Seine Einsatzzeit werden die Sommermonate sein, wenn das Wasser wegen des geringen Niederschlags stagniert und sich die verschieden warmen Schichten kaum mischen. "Wir werden den Rüssel im April oder Mai ausprobieren", berichtete Luckner. Im Sommer soll er dann voll eingesetzt werden.

(RP)