Wermelskirchen "WSW" – Bürgerplattform macht Pause

Wermelskirchen · Seit einem halben Jahr ist die Bürgerplattform "Wir sind Wermelskirchen" (WSW), die vor einem guten Jahr ins Leben gerufen wurde, um städtischen Einrichtungen und Vereinen zu helfen, nicht mehr aktiv. Es gibt keine Nachfrage.

 Verena Schüngel (links) und Ulrike Fuchs helfen ehrenamtlich in der Stadtbücherei. Den Anstoß dazu hat die Bürgerplattform "Wir sind Wermelskirchen" gegeben.

Verena Schüngel (links) und Ulrike Fuchs helfen ehrenamtlich in der Stadtbücherei. Den Anstoß dazu hat die Bürgerplattform "Wir sind Wermelskirchen" gegeben.

Foto: Hans Dörner (Archiv)

In Zeiten knapper Kassen wird ehrenamtliche Arbeit immer wichtiger. Deshalb hat Dirk Wartmann vor einem guten Jahr die Bürgerplattform "Wir sind Wermelskirchen" ins Leben gerufen. Sein Ziel: Freiwillige Leistungen, die in Zeiten des Sparens von der Stadt gestrichen werden, durch ehrenamtliches Engagement aufzufangen.

"Seit einem halben Jahr sind wir aber nicht mehr aktiv, weil einfach die Nachfrage fehlt", berichtet der stellvertretende Bürgermeister. Dabei sei die Arbeit so vielversprechend angelaufen. Acht ehrenamtliche Helfer hat "Wir sind Wermelskirchen" vor einem Jahr an die Stadtbücherei vermittelt, damit die städtische Einrichtung trotz Kürzungen im Etat ihren Standard weitestgehend halten kann. Die Frauen unterstützen die Stadtbücherei bis heute — unentgeltlich.

Auch an die Kattwinkelsche Fabrik hat die Bürgerplattform schon mehrere Ehrenamtler vermittelt. "Einmal im Monat helfen einige Leute bei der Einlasskontrolle bei der Kinder- und Frauensachenbörse", berichtet Wartmann.

Die Tischtennisabteilung des Wermelskirchener Turnvereins und den Verein Rollrausch hat die Bürgerplattform auch schon unterstützt. Rollrausch bat die Bürgerplattform um Hilfe bei der Suche nach einem neuen Domizil — jedoch ohne Erfolg. "Wir haben Kontakt zur Stadtverwaltung und zu Privatleuten hergestellt", berichtet Wartmann. Aber die angebotenen Hallen seien dem Verein einfach zu teuer gewesen.

"Wir haben uns bemüht, aber es läuft nicht so, wie wir uns das erhofft hatten", sagt Dirk Wartmann. Die regelmäßigen Treffen, die es anfangs einmal im Monat gegeben habe um weitere Themen zu besprechen und neue Projekte anzustoßen, gebe es inzwischen nicht mehr. "Was aber nicht heißt, dass wir die Arbeit beenden, wir machen nur eine Pause", betont Wartmann.

Für die mangelnde Nachfrage seitens der Vereine hat Wartmann keine Erklärung. Dass die Kürzungen der Stadt aus Sicht der Vereine nicht gravierend genug und die Vereine nicht auf Hilfe angewiesen seien, kann sich der 45-Jährige jedenfalls nicht vorstellen. "Vielleicht hätten wir nicht nur auf Nachfragen der Vereine warten sollen, sondern gezielt auf die Institutionen zugehen müssen", sagt der Initiator selbstkritisch.

Vor allem bei den Sportvereinen

werde sich künftig einiges tun. "Wir müssen die Vereine an einen Tisch holen und Synergieeffekte nutzen. Nicht jeder Sportverein, der einen Yoga-Kursus anbietet, muss einen Trainer aus den eigenen Reihen beschäftigen", betont Wartmann.

Nach wie vor können sich Vereine oder städtische Einrichtungen wie die Musikschule oder das Schwimmbad an die Plattform wenden, wenn sie Hilfe brauchen.

"Ich würde mich freuen, wenn die Bürgerplattform wieder Anklang findet", sagt der stellvertretende Bürgermeister, der übrigens immer noch unermüdlich nach bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum für Yigit Kurt sucht, der an der Glasknochenkrankheit leidet (wir berichteten). "Es ist sehr schwierig, etwas Bezahlbares in Wermelskirchen zu finden. Aber ich suche weiter und gebe nicht auf", betont Wartmann.

(RP/rl)
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