Wermelskirchen: WiW verliert Gemeinnützigkeit

Wermelskirchen: WiW verliert Gemeinnützigkeit

Dem Stadtmarketingverein ist die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Das Finanzamt betrachtet WiW als rein wirtschaftliche Vereinigung. Spendenbescheinigungen können nicht mehr ausgestellt werden.

Der Stadtmarketingverein "Wir in Wermelskirchen" (WiW) hat seine Gemeinnützigkeit verloren: "Unsere Gemeinnützigkeit war nur vorläufig anerkannt", erklärte WiW-Geschäftsführer Prof. Heinrich Niehaves bei der Jahreshauptversammlung. Sie sei aber zum 31. Dezember 2009 "ausgelaufen". Er und WiW-Vorsitzender Johannes Schnütgen hätten ihre Einwände gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit zwar noch in Gesprächen beim Finanzamt Leverkusen vorgebracht.

Aber erfolglos: Für 50 000 Euro seien zwar gemeinnützige Projekte von WiW gefördert worden. Andererseits hätten aber die wirtschaftlichen Einnahmen u.a. aus dem Zählscheinverkauf und den Standgebühren einen weitaus höheren Anteil ausgemacht, erläuterte Niehaves der BM. Alleine für den Zählscheinverkauf seien im vergangenen Jahr 35 000 Euro erzielt worden. Das bedeute nun aber auch, dass WiW keine Spendenbescheinigungen mehr ausstellen dürfe: "Vorerst", schränkt der Geschäftsführer ein. Denn es gibt laut Niehaves Überlegungen, einen zweiten Verein innerhalb von WiW zu gründen, der dann ausschließlich für den steuerbegünstigten, gemeinnützigen Bereich zuständig wäre.

Keinen Zweitverein gründen?

Eine Aufteilung in den Bereich Marketing und gemeinnützige Projekte entspräche einem Modell, das auch viele andere Vereine bereits gewählt haben, wenn ihnen die Gemeinnützigkeit aberkannt wurde oder drohte, aberkannt zu werden, wie Niehaves weiß. Der Geschäftsbericht 2009 des Stadtmarketingvereins liegt, wie Niehaves ankündigte, für einen Monat in der WiW-Geschäftsstelle, Telegrafenstraße 9, aus. Danach habe der Verein im vergangenen Jahr ein Gesamtvolumen von 50 100 Euro gehabt, im Jahresabschluss jedoch einen Fehlbetrag von 15 503 Euro aufzuweisen.

An Personalaufwendungen für zwei Bürohilfskräfte seien 4845 Euro, an Mieten und Nebenkosten 4100 Euro angefallen. Der Verein verfüge über 9100 Euro Eigenkapital und habe zum 31. 12. 2009 einen Kassenstand von 8700 Euro gehabt. Es sei solide gewirtschaftet worden, betonte Niehaves. Nach Informationen der BM sind aber zusätzlich 20 000 Euro, wie jedes Jahr, von der Stadtverwaltung als Zuschuss geflossen. Außerdem übernimmt die Stadt weiterhin die Personalkosten für den für die WiW freigestellten Marketingmitarbeiter Maximilian Fresen.

Die Mitgliederentwicklung bei WiW verlaufe weiterhin positiv, hob Niehaves hervor: Im Gründungsjahr 2007 habe man mit 85 Mitgliedern begonnen. "Und in diesen Tagen erwarten wir das 250. Mitglied", kündigte Niehaves an. Bei den Wahlen wurde Johannes Schnütgen für drei weitere Jahre als WiW-Vorsitzender bestätigt. Und Henning Conrads wurde als sein Stellvertreter wiedergewählt.

(RP)