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WiW plant Martinszug mit 3G-Regel

Vorbereitungen laufen auch in Wermelskirchen : WiW plant Martinszug mit 3G-Regel

Auch Grundschulen organisieren in diesem Jahr wieder kleine, schulinterne Martinszüge während der Schulzeit. Martinsfeuer werden ausschließlich auf Schulhöfen am frühen Morgen lodern. Eltern sind nicht zugelassen.

Strahlende Kinderaugen, die im Feuerschein und Laternenlicht St. Martin zuschauen, wenn er seinen Mantel teilt und dem frierenden Bettler ein Stück Stoff gibt: Das hat in 2020 gefehlt. Denn der Martinszug ist auch in Wermelskirchen Tradition. 2021 wird er wieder vom Schwanen durch die Stadt bis zum Platz unter dem Weihnachtsbaum ziehen. Wenn auch unter anderen Vorgaben. WiW-Vorsitzender André Frowein: „Corona macht das alles schon schwierig. Wir werden, so der Stand heute, auf jeden Fall die 3G-Regeln überprüfen.“ Auch die Schulen haben umdisponiert: Es gibt nur schulinterne Veranstaltungen, keine öffentlichen Umzüge durch die Wohngebiete.

Für den Stadtmarketingverein und seine Kooperationspartner, die städtischen Kitas Stettiner -, Danziger - und Jahnstraße, steht der Termin fest: Am 11. November, 17.30 Uhr, geht’s los. „Wir beziehen natürlich auch die anderen städtischen Kitas mit ein“, so Frowein. Musikalisch werden der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen und das Blasorchester Dabringhausen den langen Zug begleiten. Vornweg wieder St. Martin hoch zu Pferd. Die Mantelteilung findet auf dem Platz unterm Weihnachtsbaum statt. So jedenfalls die aktuelle Planung.

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Was noch kommen wird, weiß niemand. „Ganz ehrlich: Ich traue dem Braten nicht. Jetzt geht’s für viele in die Herbstferien. Wer weiß denn heute, wie dann die Corona-Situation aussieht?“, sagt Frowein ganz offen. Bestens verlaufen seien alle Veranstaltungen im Rahmen der Kulturfabrik, aber niemand wisse, was komme. „Die Covid-Verordnung wird aktuell vom Ordnungsamt auf unsere Veranstaltung hin überprüft. Wenn wir alle am Startpunkt auf die 3G-Regeln überprüfen, brauchen die Teilnehmer, die sich mischen werden, keine Masken tragen. Was ist aber, wenn plötzlich eine Familie vom Straßenrand sich einordnet? Muss dann die Veranstaltung gestoppt werden?“ Alles noch offene Fragen, die Frowein bis zum 11. November geklärt haben will.

Die Grundschulen haben indes schon klare Regeln für St. Martin aufgestellt. „Wir werden am 11. November morgens in der Dämmerung für die Schulkinder einen Umzug machen. Ganz klein durch die Siedlung. Und ohne die Kita-Kinder der Jörgensgasse und der katholischen Kita“, sagt Schulleiterin Andrea Steinz. „Wir sind eben vorsichtig, damit es zu keiner Durchmischung kommt“, begründet sie diesen Schritt. Auf dem Schulhof wird es dann ein kleines Feuer geben, das vierte Schuljahr wird ein Martinsspiel aufführen. „Thematisch werden wir an diesem Vormittag St. Martin in den Mittelpunkt des Unterrichts stellen“, so Steinz. Eltern sind nicht zugelassen und dürfen nicht mitziehen.

So wird auch die Waldschule verfahren. Die Schüler feiern am 9. November St. Martin, am 8. November wird eine Laternenausstellung in der Turnhalle zu sehen sein. Nur für die Schüler, die klassenweise durch die Ausstellung geführt werden, so Schulleiterin Dagmar Strehlow. Ein Umzug findet nicht statt, auf dem Schulhof wird ein kleines Martinsfeuer entzündet. „Es gab anfangs leichte Elternproteste. Aber dann habe ich in der Schulpflegschaft die Situation erklärt. Den Eltern war wichtig, dass wir den Gedanken von St. Martin in die Schülerschaft tragen. Das werden wir tun.“

Die Dhünntalschule wird an beiden Standorten in Dhünn und Dabringhausen in der Martinswoche feiern mit jeweils einem kleinen Umzug um die Schule herum, so Schulleiterin Frederike Kelzenberg-Gerloff. Der Umzug wird morgens früh erfolgen. „Es ist eine schulische Veranstaltung bei Sonnenaufgang ohne Eltern.“ Auch die Verbundschule Haiderbach plant parallel an beiden Standorten in Hünger und Tente am Freitag, 5. November, 18 Uhr, jeweils einen kleinen Umzug mit Musik. Vielleicht sogar mit St. Martin vornweg. Auch hier dürfen Eltern nicht mitgehen. Der Schulverein Tente organisiert unabhängig von der Schule nach der Schulfeier ein Martinsfeuer auf dem Sportplatz. Schulleiterin Marion Klein betont: „Das ist keine schulische Veranstaltung.“

In diesem Jahr wird auch im Musikerviertel wieder ein Martinszug ziehen, wenn auch ein kleiner. Die Primarstufe der Verbundschule Nord (früher Pestalozzischule) plant für den 18. November ab 18 Uhr. Henning Beeres, kommissarischer Leiter der Schule: „Der Martinsumzug hat für unsere Schule Tradition. Die Schüler freuen sich darauf, dass dieses Jahr wieder St. Martin gefeiert wird.“ Start ist mit einer kleinen Feier im Foyer, wo die Martinsgeschichte vorgelesen wird. Dann erfolgt der Umzug mit St. Martin und Kapelle durchs Wohnviertel. „Daran dürfen keine Eltern teilnehmen, wohl aber später beim Abschluss auf dem Schulgelände am Martinsfeuer.“ Dort gelten dann die 3G-Regeln, so Beeres. „Und die werden bei Externen kontrolliert.“

An der Schwanenschule gibt es schon seit Jahren keinen Umzug mehr. Leiterin Katrin Wagner: „Einzelne Klassen thematisieren schon das Martinsfest.“

In der Straßenverkehrsbehörde der Stadt, wo Umzüge angemeldet werden müssen, liegen aktuell fünf Anträge vor. „Wir gehen davon aus, dass vor allem die Kitas noch Umzüge anmelden“, so Andree Halbach auf Anfrage.