Wermelskirchen: Winni Boldt und seine Musik kommen nach Hause

Wermelskirchen: Winni Boldt und seine Musik kommen nach Hause

Es beginnt mit einem Mann und seiner Gitarre. Am Anfang sitzt Winni Boldt alleine auf der Bühne - während die Besucher inzwischen Schwierigkeiten haben, einen Sitzplatz zu finden. Im Haus Eifgen ist es voll geworden. Schließlich ist Winni Boldt ein alter Bekannter. Mit "Karlchens Keller Kompanie" hat er schon auf vielen bergischen Bühnen gespielt, bevor er sich solo auf den Weg machte. Aber Winni Boldt bleibt selten alleine - er ist mit Freunden unterwegs. Die wechseln zuweilen, kehren zurück, bringen aber immer jene Leidenschaft für Musik mit, die es für einen schönen Abend braucht.

Den Auftakt aber macht er wie gehabt alleine. Er spielt die Gitarre wie eh und je, lädt das große Publikum zum Mitsingen ein und gibt so schon den Takt für den Abend vor. Rolf Kampa, der schon viele Konzerte mit Winni Boldt bestritten hat und einst für den Bass in "Karlchens Keller Kompanie" sorgte, nimmt als erster Freund auf der Bühne Platz. Die Rolling Stones, die Beatles, Bob Dylan und Cat Stevens. Ihrer Musik sind sie treu geblieben: Sie spielen mal Rock, dann Pop, schwenken zum Blues.

Und dem Publikum gefällt, was es hört. Das ist offensichtlich. Jubel, Szenenapplaus, ein begeistertes Wiedererkennen: Winni und seine Freunde sind nach Hause gekommen. "Et wird wohl wieder jut jon", mutmaßt Winni, wenn er ein besonders schweres Stück anstimmt - und hat das Publikum auf seiner Seite. Er spielt Gitarre und Mundharmonika gleichzeitig, nennt den Teil des Schlagzeugs, den er nebenbei mit dem Fuß steuert fröhlich sein "Bum-Cha" und zaubert mit seiner Stimme wie eh und je. Hadert Boldt auch zuweilen mit der Reihenfolge der Songs, vergisst die richtige Gitarre oder sucht etwas länger nach den nächsten Noten: Das Publikum weiß den Musiker samt Marotten zu schätzen. Es fühlt mit, wenn er Eric Claptons gefühlvollste Stücke anstimmt. Tanzt, wenn es rockig wird. Und manchmal stimmen die Besucher sogar gut gelaunt ein.

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Einen Freund nach dem anderen bittet Boldt auf die Bühne. Burkhard Wigger aus Hückeswagen, dem er zwischendurch nicht nur das ein oder andere Gitarren-Soli, sondern auch das Mikrofon überlässt. Tobias Kampa, der am Schlagzeug dem munteren Trio den i-Punkt aufsetzt. Und schließlich, als die Musiker Claptons "Nobody Knows You When You're Down And Out" anstimmen, nimmt noch ein Freund auf der Bühne Platz. Gastgeber Michael Dierks, Vorsitzender der Kulturinitiative, steuert Tastentöne bei. "Wir haben einmal geprobt", sagt Boldt, "und das klingt so schön." Das Publikum ist genau seiner Meinung und belohnt den Auftritt mit viel Applaus - also bleibt Dierks noch ein Weilchen sitzen und spielt mit.

Es ist ein vielseitiges Konzert, das die Musiker an diesem Abend spielen. Ein gemütliches Bier in vertrauter Runde schließt sich an. Hier kennt man sich. Es sind wohl genau diese Abende, an denen Gäste ahnen können, wovon die Kulturinitiative damals träumte, als sie das Haus Eifgen übernahm.

(resa)