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Wermelskirchen: Wie findet man Arbeit und eine Wohnung?

Wermelskirchen : Wie findet man Arbeit und eine Wohnung?

Kursteilnehmer der VHS mit Migrationshintergrund befragen mit Bürgermeister Rainer Bleek.

Derzeitige Teilnehmer des "Orientierungskurses" der Volkshochschule Wermelskirchen sind aus ihrer Sicht nicht zufrieden mit langen Wartezeiten im Sozialamt. Diesen Eindruck erweckten zehn Frauen und vier Männer im Alter zwischen 18 bis 53 Jahren mit Migrationshintergrund, die Bürgermeister Rainer Bleek in einer Gesprächsrunde mit Fragen löcherten. Sie kamen aus Syrien, Russland, Armenien, Albanien, Marokko, Irak und der Türkei. Sie hatten bereits 600 Stunden Deutschunterricht absolviert und orientierten sich jetzt in der VHS über Politik in der Demokratie, Mensch und Gesellschaft sowie Geschichte und Verantwortung.

Begleitet von ihrem VHS-Dozenten Wolfgang Eisenreich stellten sie dem Bürgermeister 24 vorher erarbeitete Fragen. "Sie haben die Fragen eigenständig entwickelt", betonte Eisenreich. Dabei gibt es augenscheinlich nichts, was die VHS-Studenten nicht interessiert. Die Themen erstrecken sich auf den Arbeitsalltag des Bürgermeisters über Wahlprozeduren, Anzahl der Flüchtlinge und konkrete Flüchtlingshilfen bis zu Wohnungssuche, Busverkehr und Freizeitgestaltung für Jugendliche. Bleek gab bereitwillig detaillierte Auskünfte, so gut es ging. "Es ist sehr schwer für Flüchtlinge, eine Wohnung zu finden", sagte Liliia Valerievna Vall. "Können Sie uns helfen?" Nachdem der Bürgermeister aufgezählt hatte, was die Stadt Wermelskirchen bereits alles unternehme, um Ghettobildung zu verhindern und gleichzeitig zufriedenstellenden Wohnraum durch Anmieten, Ankaufen und Neubauten zu schaffen, erweckten die Studenten den Eindruck, dass sie Verständnis für die Situation haben.

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Ein großes Problem sei, Arbeit zu finden. Bleek erläuterte, dass in einem hoch technisierten Land wie Deutschland gute Sprachkenntnisse unverzichtbar seien, um komplizierte technische Maschinen bedienen und die Kommunikation mit deutschen Arbeitskollegen aufrechterhalten zu können. Dass man mit einem Internationalen Führerschein ein halbes Jahr lang ein Auto fahren dürfe, sich danach aber nur noch nach abgelegter deutscher Fahrprüfung hinters Steuer setzen kann, stieß auf allgemeines Unverständnis.

Es ging aber auch das Thema Freizeit, um das Finden einer "Tanzgruppe, die lateinamerikanische Tänze liebt" oder den Kontakt zu den jungen Menschen in Wermelskirchen über "Willkommen in Wermelskirchen". "Eigene Initiative" war hier das Zauberwort. Sich Vereinen und Chören anzuschließen helfe, durchweg, Kontakt zu finden. Und siehe da, einige hatten bereits im vorigen Jahr den Karneval in Dabringhausen besucht und "viel Spaß" gehabt. Im gleichen Sinne hatte Rainer Bleek auch einen praktischen Tipp gegen lange Wartezeiten im Sozialamt parat: Die Wartezeit nutzen, um Besorgungen zu machen. Am Ende äußerten sich alle Teilnehmer zufrieden mit dieser Gesprächsrunde.

(RP)