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Wermeslkirchen: Das Rhombusgelände lockt immer wieder Jugendliche an

Betreten ist höchstgefährlich : Rhombus-Hallen locken Jugendliche an

Unbefugte brechen immer wieder Zäune auf. Die Einsturzgefahr der Ruinen ist jedoch sehr groß.

Auf dem Rhombus-Gelände besteht akute Einsturzgefahr der Hallen. Dennoch lockt das verlassene Industrieareal immer wieder Jugendliche an. Daher ist René Grube, ehemaliger Feuerwehrmann und Rettungsassistent in großer Sorge, dass eines Tages ein folgenreicher Unfall passieren könnte. „Wenn ein Dach einstürzt und einen Menschen unter sich begräbt, bekommt das niemand mit. Hier muss dringend etwas passieren“, sagte er am Bürger-Monitor dieser Redaktion. Das Grundstück sei nicht ausreichend gesichert, in den Zäunen klafften Löcher. Junge Menschen und Obdachlose dringen durch diese Schlupflöcher auf das Gelände und halten sich in den verfallenden Hallen auf, so René Grube. Vor allem abends beobachte er immer wieder, wie Jugendliche auf der Industriebrache herumlaufen. „Die Türen sind offen, da kommt jeder in die Hallen rein.“ Er sehe vor allem die Stadt in der Verantwortung, für Sicherheitsmaßnahmen zu sorgen.

Das habe die Bauaufsicht der Stadt durch Auflagen längst eingeleitet, sagt Florian Leßke, Leiter im Amt für Stadtentwicklung. „Schilder sind angebracht, der Bauzaun ist gut gesichert. Dem Eigentümer sind keine Vorwürfe zu machen“, sagt er. Die Einhaltung der Auflagen werde stichprobenartig kontrolliert. Eine lückenlose Überwachung, um mutwilliges Eindringen in die alten Hallen zu verhindern, sei jedoch nicht leistbar. Der Eigentümer komme seiner Verkehrssicherungspflicht nach.

Auch Sven Schulte, Mit-Eigentümer der Rhombus-Fläche, kennt das Problem, dass sich Unbefugte immer wieder Zutritt verschaffen. „Es ist alles eingezäunt. Ich weiß nicht, wie oft wir schon die Löcher haben wieder stopfen lassen“, sagte er auf Nachfrage dieser Redaktion. Schilder wiesen zudem auf die Gefahren hin. Ein argloses Betreten sei somit ausgeschlossen. Schulte: „Was soll man noch mehr machen?“ Jeder wisse, dass die Hallendächer einsturzgefährdet sind. „Schneelast, Temperaturwechsel, Sturm – all das trägt dazu bei, dass die Einsturzgefahr wächst“, sagte Schulte. Es sei also höchstgefährlich, das Gelände und die Hallen zu betreten. Er selbst habe Jugendliche, die sich verbotenerweise auf dem Grundstück herumtrieben, angesprochen und an sie dringend appelliert, die Fläche nicht zu betreten. Doch offenbar ist der Reiz des Verbotenen groß.