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Wermelskirchener Stadtjubiläum: Kulturstammtisch fragt nach einer Schnittstelle.

Kulturstammtisch fragt nach einer Schnittstelle zur Vorbereitung des Stadtjubiläums : Schnittstelle für Stadtjubiläum gefordert

Der offene Künstler- und Kulturstammtisch fragt nach einer Schnittstelle zur Vorbereitung und Koordination der Aktivitäten zum Stadtjubiläum im Jahr 2023. In den Augen der ehrenamtlich Aktiven drängt bereits jetzt die Zeit.

Aus Sicht des von der Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk) initiierten Künstler- und Kulturstammtisches wird es Zeit. Bei dem letzten Treffen des Kreises aus Kunstschaffenden und Kulturveranstaltern in 2019 war das Stadtjubiläum von Wermelskirchen im Jahr 2023 das Thema Nummer Eins: Einig waren sich die 22 Anwesenden, dass die Planungen für die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Stadtrechte Wermelskirchens starten müssen.

„Wer hat eigentlich den Hut auf?“, fragte der Kult-in-Wk-Vorsitzende Michael Dierks: „Das Jubiläumsfest ist eine kulturelle Angelegenheit für jeden Verein, jeden Bürger und für Wermelskirchen. Wir sollten die Stadtverwaltung fordern.“ Und André Frowein, Geschäftsführer vom Stadtmarketing-Verein „Wir in Wermelskirchen“ (WiW) fügte an: „Wir und nahezu alle Vereine sind bereit, sich zu beteiligen. Aber die Fäden müssen irgendwo zusammen laufen. Es muss ab heute mit der Organisation angefangen werden.“

Wenn das Ehrenamt beteiligt werden solle, was außer Frage stehen sollte, müsse den in ihrer Freizeit engagierten Bürgern ausreichend Planungszeit zur Verfügung stehen, stellten die Teilnehmer unisono fest. Joachim Schulte (Kult-in-Wk, Geschichtsverein, Haus der Begegnung) sagte: „Bis 2023 besteht jetzt schon ein ungeheurer Zeitdruck. Es muss eine Koordination und Versammlung von denen geben, die das von oben herab organisieren.“ Schließlich ginge es nicht nur um Vereine aus dem Bereich der Kultur, sondern beispielsweise auch aus den im Stadtsportverband organisierten. Drastischer formulierte es Stefanie Hofer (WiW): „Ich verstehe überhaupt nicht, dass diese Frage von Seiten der Stadt bislang nicht an uns alle herangetragen worden ist.“ Er sei kein „Bittsteller“, sondern „Akteur“ und das Stadtjubiläum sei für alle Vereine eine wichtige Plattform, betonte Martin de Giorgi (Kunstverein).

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Auf die Kommunalwahl in 2020 blickte André Frowein: „Die Vorbereitungen zu dem Jubiläum müssen aus dem Wahlkampf herausgehalten werden. Es geht schließlich um identifikationsstiftende Feierlichkeiten, um Tourismus- und als Nebeneffekt auch um Wirtschaftsförderung.“ Christiane Beyer, die erstmals am Kulturstammtisch teilnahm und bei der Stadtverwaltung unter anderem als Ehrenamtskoordinatorin tätig ist, versprach: „Ich nehme das mit und werde mit dem Bürgermeister sprechen.“ Es dränge die Frage, wie die Vorbereitungen zu Stadtjubiläumsfeierlichkeiten gesteuert werden, unterstrich Joachim Schulte: „Das ist ein Mammut-Projekt, das in die Hand genommen werden muss. Nur bei frühzeitiger Organisation entsteht doch die gewünschte Vorfreude.“ Das Thema wäre mehrfach angesprochen worden und falle nicht plötzlich vom Himmel.

Thomas Wintgen von der Abteilung Wermelskirchen des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) verwies darauf, dass durchaus Vorbereitungen im Fluss seien. In Absprache mit der Stadtverwaltung habe ein BGV-Team mit der Arbeit an einem Buch zum Jubiläum begonnen (wir berichteten). Er sehe es auch so, dass es angesichts des Arbeitspensums bis 2023 nicht mehr lange hin ist, aber: „In den Köpfen ist das noch nicht ganz angekommen – da herrscht das Gefühl vor, es sei noch jede Menge Zeit.“

Zu Gast beim Kulturstammtisch war die Kulturreferentin des Rheinisch-Bergischen Kreises, Charlotte Loesch, die somit eher zufällig mit dem Stadtjubiläums-Thema konfrontiert wurde: „Grundsätzlich muss sich jemand den Hut aufsetzen, ansonsten schmort jeder Akteur in seinem eigenen Saft, und alle finden nicht die Öffentlichkeit, die sie sich erhoffen.“ Dafür sei bis 2023 jedoch noch ausreichend Zeit.

Auf Anfrage unserer Redaktion sagte Bürgermeister Rainer Bleek, dass er „aufkommende Hektik nicht verstehen“ könne: „Da scheint mir Hysterie im Schwange zu sein.“ Nichtsdestotrotz werde er den nächsten Kulturstammtisch (Termin ist am 28. Januar 2020) besuchen. „Natürlich müssen wir uns Gedanken machen. Eine Koordinierung der Aktionen zum Jubiläum durch die Stadtverwaltung ist völlig unstrittig“, betonte der erste Bürger Wermelskirchens. Ein Stammtisch sei jedoch nicht die Koordinations-Instanz. Die Stadtverwaltung werde sich zu gegebener Zeit damit beschäftigen, die sei aber noch nicht gekommen. Beispielsweise habe Wipperfürth unlängst ein Stadtjubiläum gefeiert, jedoch nicht so weit im Vorfeld mit der Planung angefangen. „So ein Jubiläum, bei dem das ganze Jahr über Veranstaltungen dazu stattfinden werden, ist sicherlich kein kleiner Aufwand. Und ein Gremium zu schaffen, das das Ehrenamt einbezieht, damit es genutzt werden kann, ist sicherlich beizeiten sinnvoll“, schätzte der Bürgermeister ein. Bleek weiter: „Mit dem Buch des Geschichtsvereins ist das erste Projekt bereits auf der Schiene.“ Ein städtischer Archivar könne dazu die Arbeit erleichtern: „Ich werde in der nächsten Sitzung des Stadtrats die Besetzung der Stelle thematisieren, die Kompensation der Kosten kann ich darstellen.“