Änderungen sollen Aufschwung bringen: Wermelskirchener siegen beim ersten Hahnenstechen

Änderungen sollen Aufschwung bringen: Wermelskirchener siegen beim ersten Hahnenstechen

Mit Andreas Steffens holt sich ein Dhünner die Königswürde beim Hahneköpp-Verein "Kikiriki" in Stumpf. Im Stechen setzte sich der Teilnehmer aus dem Nachbardorf gegen den "Einheimischen" Uli Braun durch.

Weniger spannend fiel die Entscheidung bei den Frauen: Petra Schulz setzte sich gleich im ersten Durchgang deutlich mit der höchsten Punktzahl durch. Erstmals feierten die Hahneköpper und ihre Freunde nicht am Stumpfer Knapp, sondern in und an der Gaststätte "Zum Kamin" ihr Volksfest. Eine weitere Premiere: Das einstige, für viele martialisch anmutende Hahneköppen ist passé, die Königswürden wurden im Hahnenstechen ausgefochten.

"Wir wollen vom Kleinen aus wieder größer werden", beschreibt der "Kikiriki"-Vorsitzende Willi Birkmann das Ziel der Änderungen. Den Platz auf dem Stumpfer Knapp habe man abgegeben müssen, der Aufwand habe sich nicht mehr gelohnt. Der Hahneköpp-Verein hat zur Zeit nur noch neun Mitglieder, der Altersdurchschnitt: 65 bis 70 Jahre. "Keiner wollte mehr König werden. Einen Säbel nimmt heutzutage keiner mehr in die Hand", sagt Birkmann.

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Die "rettende" Idee holte sich der "Chef" der Hahneköpper aus dem Fernsehen - eine Tradition aus Südtirol begeisterte am Samstagabend die Besucher am "Kamin". Beim Hahnenstechen gilt es, eine metallene Hahnsilhouette, die an einem Seil hängt, auf eine Zielscheibe zu schwingen. Wie eine Art Speer markiert die Metallkonstruktion eine möglichst hohe Punktzahl. Der Spaß erwies sich gelungen, denn innerhalb von etwas mehr als einer Stunde versuchten 40 Teilnehmer ihr Glück.

Seit seiner Gründung 1986 konnten nur Männer am Hahneköppen teilnehmen, die Frau des Gewinners wurde automatisch Königin. Eine Bedingung stellte "Kikiriki" allerdings im Vorfeld auf: Die Königin und König müssen dem Verein mindestens ein Jahr die Treue halten. "Wir wollten das alles lockerer gestalten, möglichst keine Bedingungen aufstellen. Der Nachwuchs soll sich trauen", betonte Willi Birkmann. Bei der letzten Tour des Vereins seien 45 Teilnehmer dabei gewesen, was zeige, dass "Kikiriki" viele Leute wohl gesonnen seien. Knapp 100 Gäste kamen zum Hahnenstechen mit anschließendem Königsball; gestern Nachmittag hatten die Kinder ihren Spaß.

(sng)
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