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Wermelskirchener Kindergärten bleiben kreativ in der Krise

Wermelskirchen in der Corona-Pandemie : Kindergärten bleiben kreativ in der Krise

Die Betreuungsstunden sind noch reduziert, die Gruppen dürfen sich nicht begegnen. Aber die Stimmung ist gut. In den vergangenen Wochen sind viele Ideen entstanden und realisiert worden, um für die Kinder auch in Corona-Zeiten kleine Glanzlichter zu zünden.

Noch flattert auf dem Spielplatz im Kindergarten Heisterbusch das Band, das die Spielbereiche voneinander trennt. Die Betreuungsstunden sind noch reduziert, die Gruppen dürfen sich nicht begegnen. „Aber die Stimmung bei uns im Kindergarten ist gut“, sagt Kita-Leiterin Gundel Lüttgen. Die Einrichtung trotzt der Pandemie, wo immer das möglich ist. „Dafür ziehen das Team, die Eltern und der Förderverein an einem Strang“, sagt die Kindergartenleiterin. Bis auf drei Kindern kommen wieder alle in den Kindergarten. Mitarbeiter testen sich regelmäßig, die Eltern bekommen für die Kinder Tests mit nach Hause.

Daneben sind in den vergangenen Wochen viele Ideen entstanden und realisiert worden, um für die Kinder auch in Corona-Zeiten kleine Glanzlichter zu zünden. „Wir mussten einfach umdenken und coronakonforme Projekte planen“, sagt Gundel Lüttgen. Das bedeutete: Das Team und der Förderverein nahmen die Möglichkeiten in den Blick, nicht mehr nur die Verbote.

Das bedeutete für den Förderverein, nach neuen Möglichkeiten des Spielens zu suchen. Wo sich Kinder früher auf dem Flur zum Bauen und Toben treffen konnten, bestehen heute noch Grenzen. „Also haben wir überlegt, wie wir den Kindern in den Gruppen die Möglichkeit für noch mehr Bewegung und Entdeckungen geben können“, erzählt Fördervereinsvorsitzende Sandra Bruderer.

 Aktionen in der Corona-Zeit machen den Kindern richtig viel Spaß.
Aktionen in der Corona-Zeit machen den Kindern richtig viel Spaß. Foto: Kita Heisterbusch
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Mit Hilfe der Bürgerstiftung der Stadtsparkasse schaffte der Förderverein für jeden der drei Gruppenräume eine Kletterwand an. Mehr als 2000 Euro kostete das Projekt – ohne Aufbau. „Wir freuen uns sehr, dass die Kinder das Angebot annehmen“, sagt Sandra Bruderer.

Als das Bezirksfest rund um Kindergarten und Gemeindehaus wegen Corona abgesagt werden musste, kam der Förderverein erneut ins Spiel. „Eigentlich nehmen wir an diesem Fest Geld für Projekte und Ideen des Fördervereins ein“, sagt Sandra Bruderer. In Corona-Zeiten erfand der Verein neue Ideen: Die Tombola wurde in den Kindergartenalltag verfrachtet. Familien, die ein Los kaufen wollten, brachten das Geld in einem Umschlag mit in die Einrichtung, dort bekamen sie ihre Lose. „Ohne Nieten natürlich“, sagt Sandra Bruderer und lacht, „die können wir in diesen Zeiten nicht gebrauchen.“ Viele Unternehmen spendeten Gewinne – Playmobil zeigte sich genauso großzügig wie heimische Spaßbäder und Ausflugsziele. Währenddessen schmiedete auch das Team um Gundel Lüttgen coronakonforme Pläne: Gemeinsam mit Bezirkspfarrer Volker Lubinetzki entstand eine Familienrallye – kontaktlos wurden Familien mit der Actionbound-App rund um den Heisterbusch zu Entdeckern. „Weil das Bezirksfest ausfallen musste, haben wir die Familien zur Rallye eingeladen“, erzählt Gundel Lüttgen. Mit QR-Codes konnten die Familien acht Stationen erkunden und so das Leben der Raupen und Schmetterlinge unter die Lupe nehmen – mit viel Bewegung, Rätseln und Bildern. Über mehrere Wochen konnten Familien in einer freien Minute am Kindergarten zur Rallye starten: Dort fanden sie in einer Aktionskiste eine Materialtüte, die sie auf ihrem Spaziergang begleitete. „Viele haben mitgemacht, und die Resonanz war super“, sagt Gundel Lüttgen.

Das gilt auch für die Aktionen für Vorschulkinder, die in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen stattfinden: In kleinen Gruppen übernachten die Kinder mit Erzieherinnen in der Einrichtung – getestet, mit Pizza vom Lieferdienst, Kino und einer Abendwanderung. Der beliebte Ausflug in den Wuppertaler Zoo findet statt, aber die Eltern müssen die Anfahrt selber übernehmen.

Auch bei den Gruppenausflügen sind die Eltern mehr als früher gefragt: Treffpunkt ist am Ausflugsziel statt am Kindergarten. „Aber das klappt super“, sagt Gundel Lüttgen. Nach mehr als einem Jahr mit Corona kehren langsam, aber sicher die Möglichkeiten zurück.