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Wermelskirchener Kinder lernen Zirkus

Wermelskirchen : „Manage frei“ in der Schuberthalle

„Radieschen“ hat die Projektwoche wieder organisiert. Der Zirkus ZappZarap gestaltet das sechstägige Programm.

„Meine Damen und Herren, bitte begrüßen Sie den sechsfachen Meister im Balancieren.“ Das Publikum schaut gespannt auf den weinroten Vorhang – der sich noch nicht öffnet. „Trommelwirbel?“, fragt eine Stimme dahinter. Sofort fangen die 90 Jungen und Mädchen frenetisch an auf den Boden zu trommeln. Manege frei für die Tuchjongleure, Ballakrobaten, Seilspringer, Reifenartisten und „Feuerbändiger“.

Gerade einmal eine Stunde haben die kleinen Zirkuskünstler ihre Nummern am zweiten Tag geübt, bevor sie die erste Kostprobe ihrer Kunst präsentieren. Jeder zeigt, was er kann: Die Jongleure lassen bunte Tücher durch die Luft wirbeln und die „Fakire“ demonstrieren ihren Mut beim Laufen über Glasscherben. „Das tat gar nicht weh, das war nur kalt“, sagt der sechsjährige Leo über seinen Auftritt. Im Anschluss balanciert die nächste Gruppe auf Leitern.

„Die Fackeln machen sich auf den Weg“, werden die Feuerkünstler in den Backstage-Bereich gerufen. Kinder und Feuer – das klappt? „Alter spielt da keine Rolle“, erklärt Zirkuspädagoge Twin. „Die Kinder üben zunächst ohne Feuer an den Fackelstangen. Wer zeigt, dass er oder sie es kann, darf es mit Feuer probieren. Sie lernen auch, Respekt vor den Flammen zu haben. Und außerdem sind wir immer ganz nah dabei“, erzählt er weiter. „Das habt ihr alle sehr, sehr gut gemacht“, lobt Projektleiter Boris die Teilnehmer, bevor er sie in die verdiente Mittagspause entlässt. Seit sechs Jahren ist er beim „wandernden pädagogischen Projektzirkus ZappZarap und weiß, worauf es ankommt: „Zirkus funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Nachdem der erste Tag erfahrungsgemäß etwas chaotischer sei, haben am nächsten Tag dann alle ihren Platz gefunden und können fleißig ihre Auftritte üben. Das klappe sehr gut. Und bei der großen Zirkusvorstellung vor Eltern und Großeltern am Samstag läuft dann alles wie am Schnürchen.

„Das Schönste ist der Prozess, den wir mit den Kindern durchlaufen“, fährt Boris fort. Nach einem „sauwuseligen“ Start folge die perfekte Punktlandung zur Generalprobe am Freitag. Und das Adrenalin kitzelt bei der eigentlichen Show am Samstag dann noch einmal das Beste aus den Teilnehmern heraus. „Wir erleben auch immer wieder, dass Kinder, die in der Schule negativ auffallen, in der Manege glänzen.“ Zurück bleiben dann glückliche Schulen und noch glücklichere Kinder.