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Wermelskirchener haben Rederbedarf

Ge(h)spräch : Bürger wünschen sich eine saubere Stadt

Mit Vertretern der Verwaltung nahmen Anwohner das Wohnviertel am Schwanen und rund um die Waldstraße unter die Lupe.

Sie haben Gesprächsbedarf: Denn wenn sich die Anwohner am Schwanen, an der Waldstraße und Im Winkel, am Wiesen- und am Drosselweg umschauen, dann vergeht ihnen zuweilen die gute Laune. „Hier ist es dreckig“, beklagt dann auch Werner Schuy gleich zu Beginn des „Ge(h)sprächs“, zu dem am Mittwoch Randolph Schmidt von der CDU eingeladen hat. Egal, wohin man schaue: Kippen und Müll würden in den Fugen und am Straßenrand das Stadtbild verschandeln. Randolph Schmidt hat auch den Technischen Beigeordneten Thomas Marner und Tiefbauamtsleiter Harald Drescher dazugebeten. Die beiden informieren über die Straßenreinigungssatzung, werfen Licht auf die Taktung der Straßenreinigung und informieren: „Eigentümer sind dafür verantwortlich, vor ihrer eigenen Türe zu kehren.“ Bleibe die Frage, wer dann auf Brücken und auf Verkehrsinseln für Sauberkeit sorge, betonen die Anwohner und beklagen eine fehlende Präsenz der Stadt.

Mehr als 20 Anwohner sind zum Rundgang mit den Vertretern der Verwaltung und Randolph Schmidt gekommen. Und sie bringen noch eine andere Beobachtung mit: „Am Schwanen halten sich die Radfahrer nicht an die Verkehrsregeln“, sagt eine junge Frau. Statt nach rechts abzubiegen, würden viele Radler in die Einbahnstraße fahren. Sie bittet um eine deutlichere Beschilderung. „Was eindeutig ist, können wir nicht noch eindeutiger machen“, sagt Marner und erinnert an die Regeln der Straßenverkehrsordnung. Als Maßnahme zur Güte allerdings kündigt er an, dass abgedrehte Radwege-Schild wieder zu drehen, damit es in die richtige Richtung zeigt. „Wer falsch fahren will, der fährt hier bewusst falsch“, sagt Drescher und appelliert – nicht zum letzten Mal an diesem Abend – an den Verstand der Menschen. Allerdings schwebe ihm vor, auswärtigen Radlern mit einem Farbsystem auf den Straßen in der Innenstadt zu helfen, den richtigen Weg auf die Trasse zu finden.

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Redebedarf hat auch Bernd Meyer: Er beklage seit Jahren die unmögliche Parksituation am Schwanen. Mehrfach würden Einfahrten zugeparkt. Hinzu kämen Straßenrennen in der Nacht, bei denen Fahrer mit bis zu 100 Stundenkilometern über den Schwanen rasen würden. Dazu kämen Randale und Lärmbelästigung. Drescher sagt zu, erneut eine verdeckte Messung auf der Strecke zwischen Schwanen und Eich einzurichten, auch die Geschwindigkeitsdisplays sollen für eine Weile auf dem Abschnitt eingerichtet werden. Bernd Meyer gibt sich damit nicht zufrieden: Es habe bereits eine Messung gegeben, die gezeigt habe, dass fast 100 Prozent der Fahrer zu schnell seien. Und auch die Prüfung von Markierungen auf dem Gehweg, um die Parksituation zu klären, habe noch kein Ergebnis gebracht.

Dieser Tenor wiederholt sich – auch später auf dem Gehweg, der von der Waldstraße zur Burger Straße führt. Tretminen aus Hundekot, Müll, Lärmbelästigung und Randale würden hier zum Alltag gehören, berichten Anwohner. Mehrfach hätten sie deswegen in der Vergangenheit bereits die Polizei gerufen und die Beschwerde-App der Stadt genutzt. „Ohne Erfolg“, sagt ein verärgerter Anwohner. Harald Drescher erklärt: „Für diesen Weg ist der Landesbetrieb verantwortlich.“ Das gelte etwa für einen dringend geforderten Heckenschnitt. Die Müllsituation, die auch dem Fastfoodrestaurant geschuldet sei, sei bekannt. „Es gibt regelmäßige Gespräche, Mitarbeiter des Restaurants sammeln bereits Müll auf“, erklärt Drescher. Wieder appelliert er an den Verstand der Menschen: „Wer hier Müll wegwirft, macht das bewusst.“ Dafür könne am Ende auch nicht die Stadt verantwortlich gemacht werden. Dann sagt er zu: Er werde sich trotzdem um einen kurzfristigen Heckenschnitt kümmern, um wieder ein Sicherheitsgefühl auf dem Gehweg herzustellen.

Der Rundgang führt schließlich zurück zur Waldstraße: Hier machen sich die Menschen Sorgen um den Zustand der Straße. Schlaglöcher, die auch durch Lastwagen und Baustellen entstünden, hätten der Straße zugesetzt. „Es kann nicht sein, dass wir Anwohner dann bei den Kosten zur Straßenerneuerung die Zeche zahlen müssen“, sagt ein Anwohner.