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Wermelskirchener DRK verzeichnet magere Altkleider-Ausbeute

Sammel-Aktion des Wermelskirchener Roten Kreuzes : DRK verzeichnet magere Altkleider-Ausbeute

Die Aktiven des DRK-Ortsverbandes sammeln weniger Säcke als üblich ein. Auch hier machen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie bemerkbar. 21 Helfer waren im Einsatz, etwa drei bis dreieinhalb Tonnen Altkleider wurden eingesammelt.

Immer, wenn einer der Kleinbusse auf dem großen Platz vor dem Autohaus Hildebrandt an der Berliner Straße eintrudelt, läuft es bei Nadine Gerloff, Melanie Romano, Uta Niedrig und Manuela Koebke wie am „Schnürchen“: Die vier ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Wermelskirchener Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bilden eine Kette und bugsieren so ganz flink eine Wagenladung voll Altkleider-Säcke aus dem Kofferraum des Transporters auf die Ladefläche eines großen Lkw. Der dient als „Sammelstelle“ der jüngsten DRK-Altkleider-Sammlung und transportiert die Altkleider-Säcke am Abend direkt von Wermelskirchen zu einer Kölner Firma. Dort werden die Altkleider sortiert und vermarktet: Gut erhaltene Stücke gehen beispielsweise an den Second-Hand-Handel, schlechte Teile werden zu Putzwolle oder Dämm-Material verarbeitet.

Nach der Altkleider-Sammel-Aktion vom Herbst vergangenen Jahres ist es die zweite für den DRK-Ortsverband unter Pandemie-Bedingungen. „Die Sammel-Aktion im Frühling 2020 haben wir wegen Corona nicht durchgeführt. Die im Herbst 2019 war bereit ausgefallen, weil uns damals wegen anderer Aufgaben die personellen Kapazitäten fehlten“, erinnert der Wermelskirchener DRK-Bereitschaftsleiter Bernd Koebke. Er stellt fest: „Die Ausbeute ist schon mager. Vor der Corona-Pandemie hatten wir stets mehr.“ Seine Stellvertreterin Nadine Gerloff macht unter anderem als Ursache aus: „Die Leute kaufen auch mangels Möglichkeit weniger neue Kleidung ein und trennen sich entsprechend von weniger. Unter anderem weniger im Portemonnaie durch beispielsweise Kurzarbeit mag ein Grund dafür sein.“

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Die Corona-Pandemie verursacht ein weiteres Problem für das DRK, wie der 45-jährige Bernd Koebke im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet: „Üblicherweise werfen wir in jeden Briefkasten der Wermelskirchener Haushalte vor einer Sammel-Aktion einen Altkleider-Sack. Das ist dann auch immer Werbung für die Aktion.“ Genau dieses Erfolgsprinzip funktioniere derzeit jedoch nicht, denn: „Die Einwurf-Aktion machen wir immer gemeinsam mit dem Jugend-Rot-Kreuz.“ Der Nachwuchs dürfe aber aufgrund der Pandemie derzeit gar nicht für das DRK tätig werden. Stattdessen verteilte das DRK die Säcke über Geschäfte, wie Bäckereien oder Apotheken. Obendrein hielten sich die Firmen, die bis vor Corona beispielsweise mit der Leihgabe von Transportfahrzeugen geholfen hätten, derzeit zurück. „Das ist verständlich, die wollen mögliche Infektionswege ausschließen“, sagt der Bereitschaftsleiter.

Zumindest die Wermelskirchener Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), die Stadt und die Firma Haas unterstützten die jüngsten DRK-Altkleider-Sammel-Aktion, so dass neben den beiden DRK-eigenen Fahrzeugen drei weitere unterwegs waren. Teils in Schichten packten 21 Helferinnen und Helfer mit an, eingeteilt in Bezirke, die nach und nach abgefahren wurden, sammelten die Aktiven die Altkleider-Säcke ein, die die Bürger an den Straßenrand oder die Haus-Einfahrt gestellt hatten.

„Das sonnige Wetter stimmt die fleißigen Aktiven froh“, kommentiert Bernd Koebke das rege Treiben am Autohaus: „Bei Regen werden die Altkleider nicht besser und dann ist die Arbeit schon ziemlich unangenehm.“ Die Ausbeute mache etwa zwei Drittel der Menge aus, die üblicherweise vor der Corona-Pandemie in Wermelskirchen vom DRK gesammelt worden sei, bilanziert Bernd Koebke: „Ich schätze, dass es heute drei bis dreieinhalb Tonnen sind.“