Wermelskirchen

Die Wermelskirchener Wiever hatten sich rausgeputzt: Glänzende Hüte, riesige Schleifen, blinkende Kronen zierten gestern die Häupter der Besucherinnen, die mit den "Flotten Hexen" Altweiber feierten. Während im Foyer des Bürgerzentrums noch die Mitarbeiter der Verwaltung Kostüme kürten und tanzten und tranken, übernahmen im Saal die Katholiken.

Die "Flotten Hexen" hatten ihre Feier vom Evangelischen Gemeindezentrum ins Bürgerzentrum verlegt und nun für rund 270 feiernde Frauen Platz. Die ließen sich nicht zweimal bitten. Während die Herren mit Bauchladen - beladen mit Erdnüssen, Chips und Salzstangen - durch die Reihen streiften und mehr als 40 Helferinnen im Einsatz waren, gingen auf der Bühne eine flotte Hexe nach der anderen in die Bütt. "Wir haben nur ganz wenigen Männern heute überhaupt Aufenthaltsgenehmigungen erteilt", erklärte Gabriele Trebes fröhlich und verlangte vom Bürgermeister, gleich die entsprechenden Papiere vorzuzeigen. Neben Rainer Bleek durfte auch Pastor Michael Knab mitschunkeln.

Nachdem die Dhünnschen Jecken mit ihrem Tanzcorps den Reigen eindrucksvoll eröffnet hatten, feuerte der Hexenrat mit Gabriele Trebes, Angelika Leßenich und Helga Schröder die Frauen im Saal an. "Das muss lauter werden", befand Helga Schröder mit Sturmfrisur und erhielt ein donnerndes "Alaaf". Das hatten sich auch Lenchen-Marie und Hertha-Luise von Eperkusen verdient, die fröhlich Eierlikör ausschenkten, "Prösterchen" riefen und dann auf Platt kallten. Der Jugendchor der Gemeinde, das Tanzcorps Agrippina Colonia und viele karnevalistische Eigengewächse, die sich in die Bütt wagten, krönten die Sitzung.

(RP)