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Wermelskirchen: Zwei Gerätehäuser bald unter einem Dach

Brandschutz in Wermelskirchen : Zwei Gerätehäuser bald unter einem Dach

Die alten Standorte der Feuerwehr Tente und Unterstraße entsprechen nicht mehr den Standards.

Eigentlich klingt das Vorhaben zugunsten der Sicherheit in den Ortsteilen Tente und Unterstraße einfach: Zwei alte Feuerwehr-Gerätehäuser genügen nicht mehr den aktuellen Ansprüchen an Sicherheitsstandards und Mindestausstattung wie ausreichende Umkleiden oder für Männer und Frauen getrennte Sanitärbereiche. Auch die Parkplatzsituation ist an beiden Standorten nicht ausreichend. Wie berichtet, sollen beide Häuser an einem neuen Standort zusammengelegt werden. Das Grundstück hat die Stadt gefunden, der Kaufvertrag wird jetzt unterzeichnet. Aber die Bagger rollen längst noch nicht an. Zuerst muss der Flächennutzungsplan geändert werden und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Diese Verfahrensschritte sind üblich, in diesem Fall ist die Sache aber komplizierter.

Denn das Grundstück liegt in der Wasserschutzzone der Sengbach-Talsperre. Laut der entsprechenden Wasserschutzgebietsverordnung sind neue Bauflächen grundsätzlich verboten. Allerdings kann die zuständige Wasserbehörde laut Verordnung auf Antrag von den Verboten eine Befreiung erteilen, wenn Gründe des Wohls der Allgemeinheit dies erfordern. Anfang Januar hat die Stadt Wermelskirchen ein Abstimmungsgespräch mit dem Amt für Umweltschutz beim Rheinisch-Bergischen Kreis geführt. Das Ergebnis: Eine entsprechende Befreiungen (FNP-Änderung und Bebauungsplan) wird grundsätzlich in Aussicht gestellt – allerdings unter Auflagen. Außerdem wurde ein Gespräch mit den Stadtwerken Solingen als Betreiber der Sengbachtalsperre geführt.

Dem Antrag muss ein detailliertes Konzept zur Behandlung des Niederschlagswassers beigefügt werden. Aus diesem muss hervorgehen, welche Flächen versiegelt werden, wie diese Flächen genutzt werden – als Gebäude, Stellplatzflächen, Hofflächen – wie das auf diesen Flächen anfallende Niederschlagswasser behandelt wird sowie welche Grundstücksflächen für Versickerung gebraucht werden. Folglich muss früh im Verfahren eine Hochbauplanung erfolgen. Außerdem sind Gutachten erforderlich über Versickerungsfähigkeit des Bodens und über den Artenschutz.

Nordwestlich in einem Abstand von rund 80 Metern zu dem geplanten Feuerwehrgerätehaus befindet sich ein Quellbereich, der im Landschaftsplan als Wiederherstellungsmaßnahme gekennzeichnet ist. Dabei handelt es sich in erster Linie um die Beseitigung von Nadelgehölzen im Quellbereich. Sofern dem Quellbereich kein Niederschlagswasser entzogen wird, sei gegen die vorgesehene Bauleitplanung aus Sicht der Unteren Landschaftsbehörde nichts Grundsätzliches einzuwenden.Gegen die Lage des geplanten Feuerwehrgerätehauses werden ebenfalls keine grundsätzlichen Bedenken vorgebracht.

Sobald die Befreiungen erteilt sind, kann die landesplanerische Abstimmung (FNP-Änderung) bei der Bezirksregierung Köln erfolgen. Anschließend werden die Bauleitplanverfahren mit den frühzeitigen Beteiligungen durchgeführt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr gab für diese vorbereitenden Schritte grünes Licht, jetzt muss der Rat der Stadt Wermelskirchen zustimmen.