Wermelskirchen: Zum neuen Edeka-Markt in Dabringhausen soll ein Kreisverkehr führen

Neubau an der L101 geplant : Kreisverkehr zum neuen Edeka-Markt?

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr empfiehlt dem Stadtrat, grünes Licht für den Bebauungsplan in Dabringhausen zu geben. Edeka als Investor sicherte zu, sich an den Kosten für den Umbau der Kreuzung zu beteiligen.

Größer, moderner und besser erreichbar soll der neue Edeka-Markt in Dabringhausen werden. Nach Wünschen der Politiker soll der Autoverkehr dorthin künftig über einen Kreisverkehr rollen – das war der Tenor in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr (STuV) am Montag. Die große Kreuzung L 101/Hilgener Straße/Strandbadstraße könnte auch in einen Kreisel umgewandelt werden. Und der Investor sicherte eine finanzielle Beteiligung an den Gesamtkosten in namhafter Höhe zu. Doch bevor die Bagger auf der bisher landwirtschaftliche genutzten Fläche anrollen, muss die Kostenfrage noch geklärt werden, läuft das übliche Planverfahren zum Neubau mit den einzelnen Schritten wie Offenlage und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange – dazu gab der STuV grünes Licht, am Ende entscheidet der Stadtrat.

Wie berichtet soll die Nahversorgung in Dabringhausen durch den Neubau des Lebensmittel-Sortimenters Edeka verbessert werden. Im März 2017 beauftragte die Politik die Stadtverwaltung mit Prüfung eines solchen Vorhabens. Der bisherige Edeka-Markt in Dabringhausen sei mit 450 Quadratmeter Verkaufsfläche zu klein. „Der neue Markt wird 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, 150 davon werden eine Bäckerei und andere in der Mall nutzen“, skizzierte Tancu Mahmout, Projektleiter des beauftragten Büros VDH Projektmanagement aus Erkelenz, die Größenordnung. Das Gebäude werde eine Höhe von zehn Metern nicht überschreiten. Die Außenfassade weist im ersten Entwurf große Glasfronten auf. Festgelegt ist das Baufenster, in dem der Neubau errichtet wird. Davor wird es einen großen Kundenparkplatz geben.

Weil die Fläche im Außenbereich liegt, müssen übergeordnete Pläne wie der Flächennutzungsplan, der Regionalplan geändert und ein Bebauungsplan sowie ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt werden. Es wurden bereits ein Artenschutz-, ein Schallschutzgutachten- und eine Verträglichkeitsuntersuchung bezüglich der Auswirkungen auf den bestehenden Einzelhandel erarbeitet. Denn der neue Einkaufsmagnet soll nicht zu einer Umsatzverlagerung führen, die anderen Zentren schadet. „Das innenstadtrelevante Sortiment wird maximal zehn Prozent betragen“, betonte Mahmout. Kurzum: Der neue Markt dient primär der Nahversorgung.

Zum Verkehr: Maximal 930 Fahrzeuge pro Tag werden den Markt ansteuern, zwei Fahrten pro Kunde, außerdem elf Lkw über 7,5 Tonnen und zwölf Lkw unter 7,5 Tonnen. Die Betriebszeiten seien von 6 bis 22 Uhr, so der Projektleiter. Bezüglich der Finanzierung eines Kreisverkehrs stellte Thomas Marner klar, dass – von der Zuständigkeit her betrachtet – eigentlich der Kreis und das Land die Kosten tragen müssten. Es gebe aber keine Unfallsituation, die diesen Umbau rechtfertige. Auch der Gutachter empfiehlt zwar den Kreisel, hält ihn aber nicht für zwingend erforderlich.

Wegen des Eingriffs in die Landschaft muss ein Ausgleich her. Dafür muss auf 0,5 Hektar anderswo ein Ersatz geschaffen werden. Dem Artenschutz soll auch auf dem Baugrundstück mit einer 350 Quadratmeter großen Fläche Rechnung getragen werden. Sie soll mit heimischen Sträuchern bepflanzt werden. Thomas Marner, Technischer Beigeordneter, appellierte an die Politiker, für die Ökobilanz nicht Bauland als Ausgleichsfläche zu opfern, wenn die Zielmarke von 40.000 Einwohner in Wermelskirchen erreicht werden soll. Das Soll an Ausgleichsflächen wird anhand von so genannten Ökopunkten errechnet, rund 22.000 seien es für dieses Bauprojekt, stellte Tancu Mahmout fest.

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