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Wermelskirchen: „Zucchini Sistaz“ gastieren in einer volen Katt.

„Zucchini Sistaz“ in Wermelskirchen : Freches Gemüse mit viel Swing im Blut

Die „Zucchini Sistaz“ begeisterten ihr Publikum in der ausverkauften Katt mit einer leidenschaftlichen Performance und ernten viel Applaus.

Nach so mancher eher mäßig besuchten Veranstaltung der jüngeren Post-Corona-Zeit, konnte Katt-Chef Achim Stollberg am Freitagabend zum Auftritt der Münsteraner „Zucchini Sistaz“ endlich mal wieder das Ausverkauft-Label an ein Konzert heften. Und das volle Haus passte zu den drei singenden Frauen perfekt. Denn Sinje Schnittker (Trompete, Trommel und allerlei andere Instrumente), Jule Balandat (Kontrabass) und Tine Werzinger (Gitarre), die den Abend mit dem „Sailor‘s Boogie“ direkt sehr schwungvoll eröffneten, waren bester Laune und freuten sich wie die kleinen Kinder über den Applaus, den sie von den rund 100 Gästen in der Kattwinkelschen Fabrik immer wieder gespendet bekamen.

Das Trio hatte sich für das neue Programm „Tag am Meer“ einer wunderbaren Mischung aus maritimem Ambiente, laszivem, meist dreistimmigem, Satzgesang, furioser Instrumentalbegleitung und Melodien, die sich in Herz und Kopf gleichermaßen frästen, verschrieben. Da wurde etwa das Meer romantisch besungen, zu dritt vor einem Mikrofon stehend, das auch gut und gerne aus einem Berliner Swingclub aus den 1920er Jahren hätte stammen können. Gleichermaßen hatten die drei so stimmgewaltigen wie hübschen Musikerinnen aber heißen Swing im Blut, der wieselflink und leidenschaftlich dargeboten wurde – wenn sie etwa vom „Bademeister Basti aus Bad Bentheim“ sangen. Oder wenn sie der Zucchini in „Lass mal alles Grün sein“ ein swingendes Denkmal mit Tango-Anleihen und als Perkussionsinstrumenten verwendeten Kochlöffeln setzten.

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Ein wenig fühlte man sich an die norwegischen Damen von Katzenjammer erinnert. Denn ähnlich wie die vierköpfige Band aus dem hohen Norden setzten die „Zucchini Sistaz“ auf ihre zum einen unwiderstehliche, weibliche Ausstrahlung, die sie zum anderen mit einer überaus abwechslungsreich und geradezu überbordend detailfreudig gestalteten sowie punktgenau präsentierten Musikalität versahen.

Da ging beim „Pi-pa-Paddelboot“ das Bein von ganz alleine auf Wipp-Wanderschaft, während man über den herrlich albernen Text schmunzelte, um dann wieder über die hemmungslos dahergequatschten Moderationen von Jule Balandat und Tine Werzinger zu grinsen. Etwa darüber, dass sie ihre diesbezüglich eher schweigsame Kollegin Sinje Schnittker liebevoll als „Schnittchen“ bezeichneten.

Das grundsympathische Trio agierte dabei so konsequent überzeichnet, dass man es einfach nur ins Herz schließen musste. Das Übrige tat dazu diese wunderbare Musik, die eine solche Wohltat für die Ohren war, dass der geradezu aufbrandende Applaus nach wirklich jedem Stück mehr als nur gerechtfertigt war.

Dieses freche Gemüse, das vor noch ein paar Jahren kaum jemand außerhalb ihrer Heimatstadt Münster auf dem Schirm gehabt hatte, war ganz klar für ganz Großes gemacht. Kein Wunder, bei dieser überschäumenden Energie, die aus jedem Ton herausquoll.