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Wermelskirchen: Zigaretten-Mülleimer in Innenstadt warten auf Fütterung

Damit Wermelskirchen sauberer wird : Zigaretten-Mülleimer warten auf Fütterung

Die Stadtverwaltung griff die Idee einer Bürgerin auf, damit es in der Innenstadt künftig ein wenig ordentlicher aussieht und keine lästigen Zigaretten-Kippen mehr die Straßen verunreinigen. Vier neue Zigaretten-Mülleimer sollen die Stadt sauber halten.

Die aufgeklebten, grünen Fußabdrücke, die auf charmante Art in der Innenstadt die Richtung zu den Mülleimern und damit auch zu den Aschenbechern weisen, reichen alleine offenbar nicht aus, um die Straßen sauber zu halten.

Immer wieder werfen Raucher achtlos ihre Kippen auf die Straßen. Und sorgen damit vor allem auf Kopfsteinpflaster für doppelt unschönen Ärger: Denn nicht nur, dass die Straßen dadurch einen ungepflegten ersten Eindruck auf Besucher machen, es ist für die Mitarbeiter des Betriebshofes auch lästig und schwierig, die Zigarettenreste regelmäßig aus den Fugen zu kratzen.

Deshalb zögerte Judith Bosch aus Wermelskirchen auch nicht lange, als sie im Internet die Idee für einen amüsanten Aschenbecher für Innenstädte gefunden hatte: „Ich habe einen Screenshot von der Anregung gemacht und gleich als Idee an Bürgermeister Bleek geschickt.“ Der war gleich begeistert und griff die Idee auf: „Es war etwas komplizierter, weil wir lange suchen mussten, wo wir diese Zigaretteneimer bestellen konnten“, erinnert sich Rainer Bleek. „Die gab es zunächst nur in England, dann haben wir sie über die Beneluxstaaten ordern können.“

270 Euro kostet ein zitronengelbder Aschenbecher. Vier Stück hat die Stadt bestellt, um zu testen, ob Raucher sich von der Farbe anlocken lassen und ihre Rauchreste dort entsorgen.

Als zusätzlichen Anreiz werden auf jedem Müllbehälter mit austauschbaren Magnetbuchstaben Fragen gestellt: „Was trinken Sie lieber? Bier oder Kölsch?“ Die Antwort wird „per Kippe“ in das entsprechende Fach geworfen. „Wir haben damit auch die Möglichkeit, mal kommunale Fragen zu stellen“, sagt der Bürgermeister schmunzelnd. Passend zur Kommunalwahl am 13. September, wo Kreuzchen gemacht werden, ist dann die Frage: „Sind in Wermelskirchen zu viele Plakate aufgehängt worden?“ Mögliche Antworten sind „Ja“ oder „Nein“. Genau wie für die Frage, ob Bayern München die Champions League gewinnt...

Wer genau aus der Stadtverwaltung Fan der Bayern ist, wollten Bleek und Volker Niemz. Chef des Betriebshofes nicht verraten. „Ich rauche seit zehn Kilo nicht mehr, aber ich trinke Kölsch“, sagt Niemz grinsend, der die vier Test-Mülleimer mit seinem Team in der Stadt verteilt hat.

Einer lockt jetzt Raucher am Busbahnhof in der Telegrafenstraße an, weitere warten an der Eich, am Markt und am Busbahnhof auf Fütterung. „Wir sind bundesweit erst die zweite Stadt, die die Zigaretteneimer testet und hoffen, dass die Frabe und die Fragen Raucher dazu animiert, die Zigaretten-Kippen nicht mehr auf der Straße zu entsorgen“, sagt Bürgermeister Bleek.