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Wermelskirchen: Wohnzimmer-Konzert mit Bastian Korn

Haus Eifgen in Wermelskirchen : Wohnzimmer-Konzert mit Bastian Korn im Haus Eifgen

Bastian Korn gastierte vor 40 Zuschauern im Haus Eifgen und überzeugte mit deutschen Songs.

Die Atmosphäre im Haus Eifgen hat etwas von einem Wohnzimmer. Dass es aber derart heimelig-gemütlich werden kann, wie beim Auftritt von Bastian Korn und Band lag zum großen Teil an den Zutaten des Abends. Da war die für Band und Veranstalter natürlich nicht so schöne Zuschauerzahl von nur etwa 40 Gästen. Aber das machte es eben gemütlicher, als wenn man sich gegenseitig auf den Füßen stand.

Dann war da die kuschelige Beleuchtung auf der Bühne, die auf eine hektische Lightshow verzichtete und nur einige Spots nutzte. Über dem Schlagzeug war zudem ein kleiner „Sternenhimmel“ aufgehängt. Auch das sorgte für Atmosphäre. Aber nicht zuletzt war da die Musik des Songwriters aus Essen, die zum gemütlichen Mitwippen einlud. Da war nichts mit schweißtreibendem Rock‘n‘Roll, vielmehr war das Deutsch-Pop mit leichtem Soul-Einschlag, den das Quintett nach Wermelskirchen mitgebracht hatte. Melodien und Harmonien standen im Vordergrund, getragen von dezenten Gitarrenlicks und warmen E-Piano-Klängen. Die Band war bestens eingespielt, wusste auch mit allerlei musikalischen Kabinettstückchen zu überzeugen, hielt sich aber ansonsten weitgehend im Hintergrund. Denn es war Bastian Korns Show. Der Sänger und Pianist saß am Bühnenrand an seinem E-Pianom sang und spielte fehlerlos und quasselte ansonsten zwischen den Songs nach Herzenslust.

„Ich mache heute ein paar längere Ansagen, auch wenn mein Schlagzeuger schon ungeduldig wird“, sagte er augenzwinkernd vor dem wohl bekanntesten Song „Meilensteine“. Mehr beklatscht als die anderen eher unbekannten Songs wurde er auch nicht. Was auf jeden Fall für die hohe Qualität des Songmaterials sprach. Und Lieder wie „Ich warte schon so lange“, das als „schlagereskester“ Song angekündigte „Ein neuer Sommer“, das knackige „Papierflieger“ oder auch das balladeske „Polaroidz“ mit seinen herrlich wummernden Hammonorgel-Akkorden hatten es in sich. Da sprühten Lebensfreude und Spaß aus jeder Melodie, man nahm es Korn ab, wenn er praktisch bei jeder zweiten Ansage sagte, wie viel Spaß ihm das deutschsprachige Musizieren mache. Es wurden hauptsächlich eigene Songs gespielt. Das zeugte von einem gewissen Selbstbewusstsein.

Wie gut die Entscheidung hin zum deutschsprachigen Pop war, zeigte sich dann bei der Coverversion eines Riesenhits der deutschsprachigen Popmusik, der auch 20 Jahre nach seinem Erscheinen noch perfekt funktionierten: „Du trägst keine Liebe in dir“ der einstigen Teenie-Band Echt. Denn der Song fügte sich ganz wunderbar in den Rest der Bastian-Korn-Songs ein. Gerade so, als wäre er auch ein solcher. Oder andersherum...